Harburg

Harburg kauft ein

Foto: Evelin Hartmann

Jetzt brummt das Weihnachtsgeschäft in den Einkaufszentren

Harburg. Knackige Kälte, ein strahlend blauer Winterhimmel und die Deutschen laut aktuellen Studien in bester Kauflaune: das Weihnachtsgeschäft brummt bundesweit. Aber wie sah es am zweiten Adventwochenende in Harburgs Einkaufsstraßen und Centern aus? Wir haben uns am Sonnabend einmal umgeschaut.

Anja Freiesleben steht hinter dem Verkaufstresen, zwei Frauen suchen gerade ein Nachthemd aus. "So langsam zieht das Weihnachtsgeschäft an", sagt sie. "Aber es könnte noch besser laufen. Seit 14 Jahren führt Anja Freiesleben das Wäschegeschäft "Feine Wäsche" an der Hölertwiete. "Eigentlich müssten wir in diesen Tagen vor Andrang kaum Zeit zum Luftholen haben." Davon könne aber noch keine Rede sein. Dabei finde in "Feine Wäsche" jeder etwas - von der günstigen Unterwäsche bis zum exklusiven Nachthemd. Davon ist Anja Freiesleben überzeugt. Sie setzt auf Vielfalt und auf fachkundige Beratung und hofft, dass sich Qualität langfristig durchsetzt.

Wenige Schritte weiter erleben Anne und Stefan Sohl mit ihrem neuen "Genussladen - Bestes von hier" am Sand ihr erstes Weihnachtsgeschäft. "Wir sind ganz zufrieden", sagt Anne Sohl. Im November haben viele Kunden Kleinigkeiten für den Adventskalender gekauft. Seit vergangener Woche werden aber auch Weihnachtsgeschenke nachgefragt: der klassische Präsentkorb für die Eltern oder die Nachbarin, die in diesem Jahr oft auf die Kinder aufgepasst hat - so die Geschäftsinhaberin. Aber auch in dem kleinen Ladenlokal hielt sich der Andrang in Grenzen.

Das typisch vorweihnachtliche Gedränge fand vor allem im Phoenix-Center statt. "Ob Oberbekleidung, Schmuck oder Unterhaltungselektronik, wir sind mit den Besucherzahlen sehr zufrieden", so Heiko Wasser vom Phoenix-Center. "Heute geht bestimmt ein komplettes Fußballstadion durch die Mall." Burkhard Dedio, Assistent der Filialleitung der Karstadt Sport-Filiale im Phoenix Center, bestätigt diese positive Einschätzung: "Es könnte der stärkste Verkaufstag seit 2004 werden." Wovon der Sport-Anbieter aber momentan besonders profitiere, sei das kalte Wetter. Dicke Jacken, Handschuhe seien stark nachgefragt und Schlitten fast ausverkauft. Den möchte auch Gurbet Aba, 33, aus Harburg für ihre Kinder kaufen. Sie entscheidet sich für drei Kunststoff-Bobs. Der Geschenke-Renner fürs Weihnachtsfest bei Karstadt-Sport: Wave-Boards. "Bei uns für 69,95 Euro bis 129,95 Euro zu haben", lacht Burkhard Dedio, "was bei Media Markt der MP3-Player ist, ist bei uns das Wave-Board."

Karstadt-Kunden greifen zu hochpreisiger Ware

Geht man nach dem riesigen Andrang bei Media Markt, dürfte in diesem Jahr wohl unter jedem zweiten Weihnachtsbaum ein MP3-Player, eine Spielekonsolen oder eine Digitalkamera liegen. Wer hier beraten werden wollte, hatte es bei den gestressten Verkäufern schwer und musste in den langen Schlangen an den Kassen viel Geduld aufbringen.

Etwas ruhiger ging es bei Karstadt am Schlossmühlendamm zu. "Ich wohne in Winterhude und möchte meine Eltern in Hittfeld besuchen. In Harburg habe ich einen Zwischenstopp gemacht", so Katja Lindemann, 32. "Ich finde es angenehm, dass die Geschäfte in Harburg noch nicht so überfüllt sind wie in der Hamburger Innenstadt", sagt sie und schaut sich ein Paar Handschuhe an. "Die sollen es für meinen Vater zum Nikolaus werden." Zwei Stände weiter berät Regina Treder gerade eine junge Frau. "Die meisten Kunden kaufen zurzeit Nikolausgeschenke. Männer bekommen meistens Socken und Frauen einen Schal", verrät die Verkäuferin. Sie ist sehr zufrieden mit dem Adventsgeschäft, ebenso wie ihr Chef. An den Adventssonnabenden konnten wir rund 10 000 Kunden begrüßen. Damit liegen wir acht Prozent über dem Plan und damit weit über dem Vorjahr", freut sich Thomas Diebold, Geschäftsführer der Harburger Karstadt-Filiale. "Und die Kunden kaufen mehr hochpreisigere Ware als im vergangenen Jahr."

Auch in den Arcaden freut man sich über den Andrang

Erst seit diesem Sommer müssen die 220 Karstadt-Angestellten nicht mehr um ihre Arbeitsplätze zittern. Im Juni hatte der deutsch-amerikanische Investor Nicolas Berggruen das angeschlagene Warenhaus übernommen. Jetzt, in der Vorweihnachtszeit, verstärken zusätzlich 15 saisonale Kräfte das Karstadt-Team.

Auch in den Arcaden freut man sich über das gut angelaufene Weihnachtsgeschäft. "Dicke Winterkleidung und Schuhe werden stark nachgefragt", so Center-Manager Sascha Twesten. Dem kalten Wetter sei Dank. Rund 25 000 Kunden haben am Sonnabend das Einkaufs-Zentrum besucht. Twesten: "Mit dieser Zahl können wir zufrieden sein."