Harburg
Kommentar

Harburger engagieren sich

Worum uns das Ausland beneidet? Diese Frage stellte Eberhard Gienger, Vizepräsident Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes und Mitglied des Deutschen Bundestages, am vergangenen Freitagabend in seiner Rede im Rahmen des Harburg Empfangs 2010.

Nein, nicht um unser Bier, nicht um Schwarzbrot, oder das fehlende einheitliche Tempolimit auf unseren Autobahnen. Sondern vielmehr um die Bereitschaft, uns für die Gemeinschaft einzusetzen. Engagierten sich laut einer Shell-Studie 1999 34 Prozent aller Deutschen ehrenamtlich, waren es 2004 schon 36 Prozent.

Und das, obwohl traditionelle Gemeinschaften wie Sportvereine oder Freiwillige Feuerwehr über fehlenden Nachwuchs klagen. Doch muss dabei bedacht werden, dass sich unsere Lebensumstände und damit Wünsche und Bedürfnisse stetig wandeln - und das hat auch Auswirkungen auf ehrenamtliches Engagement. So möchten sich viele nicht mehr auf lange Zeit einem Verein oder einer Initiative verpflichten, wollen sich keinen hierarchischen Strukturen unterwerfen. Viele wählen ein Ehrenamt, das ihren persönlichen Interessen oder ihrer aktuellen Lebenssituation entspricht und nicht weil Vater und Großvater auch schon mitgewirkt haben. Kein Problem. Wer sich in Harburg engagieren will, ist in bester Gesellschaft. Das zeigte sich einmal mehr auf dem Harburg Empfang, bei dem Initiativen und Vereine für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden. Zu Recht.