Harburg
Kommentar

Jetzt muss ein Investor her

Das war knapp.

Im Grunde hatte das Projekt "Wohnen am Kaufhauskanal", das als Vorzeigeimmobilie der Internationalen Bauausstellung 2013, Hamburgs städtebaulichen Sprung über die Elbe deutlich machen sollte, im Juni von der Finanzbehörde den Todesstoß erhalten. Nur weil hinter den Kulissen um die Finanzierung der archäologischen Ausgrabungen gefeilscht wurde und trotz Sparhaushalts noch das nötige Geld aufgetrieben werden konnte, ist das Projekt gewissermaßen auf der Intensivstation ins Leben zurück geholt worden. Das hat die Entwicklung der Harburger Binnenhafens, der sich im Umbruch von Industriestandort zu Büro- und Wohnnutzung befindet, noch einmal vor dem Absturz gerettet.

Was kann schlimmer für Stadtentwicklung sein, wenn die Harburger Schlossinsel ab 2012 mit 180 Wohneinheiten das neue Zeitalter im Binnenhafen einläutet, zur Perle des Hamburger Südens wird, und das nahe Umfeld im alten Gewerbeschmuddel stecken bleibt? Mit dieser Überlegung dürfte auch die Rettung des Projekts begründet sein. Die von den dänischen Architekten geplante ungewöhnliche Form der Häuser wird dem derzeit kaum beachteten Kaufhauskanal eine besondere Note geben. Die Verwendung von Backstein als Fassadenmaterial und die in Richtung Süden, zur Sonne geneigten Dächer erinnern an traditionelle Gebäude der Region.

In den Häusern sind Eigentumswohnungen vorgesehen, teilweise direkt am Kaufhauskanal gelegen. Wenn die Brücke des Kanalplatzes höher oder beweglich gebaut werden würde, könnten auch Sportbootfahrer den Kanal befahren. Das Projekt "Wohnen am Kaufhauskanal" sollte gelingen. Entscheidend ist, dass dafür auch ein Investor gefunden wird.