Harburg
Kommentar

Das Abitur lag in weiter Ferne

Der Abiturdurchschnitt an der Gesamtschule Finkenwerder ist auf den ersten Blick wenig erfreulich: Im vergangenen Schuljahr kamen die Abiturienten der Schule auf einen Schnitt von 3,18 - Negativrekord in Hamburg.

Wenig erfreulich ist ebenfalls, dass nur neun Gesamtschüler den höchsten Abschluss schafften. Die meisten Schüler haben nur einen Schnitt um 3,5 geschafft - für sie wird es schwer sein, einen Ausbildungs- oder Studienplatz zu bekommen.

Aber wer sich die Gesamtschule genauer anschaut, der sieht, dass hier vieles besser ist, als die nackte Zahl von 3,18 aussagt: Fast alle Schüler der Gesamtschule kommen ohne eine Gymnasialempfehlung auf die Schule. Und die meisten kommen aus Elternhäusern, die auf eine gute Bildung nicht so viel Wert legen wie die Eltern des Gymnasiums Finkenwerder.

Die meisten der Finkenwerder Gesamtschul-Abiturienten hatten zu Beginn ihrer Schullaufbahn nur einen Realschulabschluss für möglich gehalten. Es ist ein ganz besonderer Erfolg, wenn Lehrer Schüler zu einem Abschluss befähigen, der vorher für sie in weiter Ferne lag.

Der Blick in die Zukunft macht Hoffnung für die besten Schüler der Gesamtschule Finkenwerder: In diesem Schuljahr steuern 36 Schüler auf das Abitur zu. Im Jahr danach sogar 53. Viele der derzeitigen Dreizehntklässler sind guter Dinge, dass sie einen Abi-Schnitt von deutlich unter 3,0 machen werden. So dürfte die Gesamtschule Finkenwerder 2011 die rote Laterne abgeben.