Harburg
Kommentar

Ein Zeichen der Solidarität

Holzwerkstatt, Änderungsschneiderei, Beratungscafé mit Speisen- und Getränkeangebot, Computerraum, Lager und Verkaufsräume.

Das Harburger Sozialkaufhaus ist nicht nur eine Einkaufsquelle für Menschen mit geringem Einkommen, wie es der Name vermuten lässt. Das Sozialkaufhaus am Küchgarten 19 ist auch ein Ort, an dem Menschen, die lange Zeit ohne Arbeit waren, wieder Hoffnung schöpfen können, in ein geregeltes Arbeitsleben hineinzufinden. In nur 100 Tagen des Bestehens hat der Betreiber In Via bereits acht Langzeitarbeitslose in eine Berufsausbildung vermittelt. Im Beratungscafé wurden 180 Gespräche geführt, das sind immerhin fast zwei Beratungen pro Tag. Das macht deutlich, dass die Besucher, die über das Jobcenter kommen, Interesse an ihrer beruflichen Zukunft haben. Und das Kaufhaus bietet viele Möglichkeiten. Als Ein-Euro-Jobber lässt sich nicht nur etwas Geld hinzu verdienen, es schafft auch Kontakt zu anderen Menschen, die arbeiten wollen, weil ihnen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt. Vielleicht ein erster Schritt für berufliche Qualifizierung.

In der Holzwerkstatt werden Möbel aufbereitet oder Kinderspielzeuge, kleine Tische oder Zettelkästen angefertigt. In der Änderungsschneiderei werden Kleidungsstücke umgenäht, damit sie passgenau sitzen. Für das Beratungscafé arbeiten Servicekräfte, die sich ebenfalls am Arbeitsgeschehen beteiligen. Der Kaufhausbetrieb ist auf Spenden angewiesen. Bislang wurden schon 17 309 Artikel abgegeben. Ein Zeichen für Solidarität, wie Harburgs Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg sagt, oder auch Nächstenliebe.