Harburg
Kommentar

Hausaufgaben nicht gemacht

Noch ist Schulpolitik Ländersache und von Bundesland zu Bundesland anders.

Das bekommen nicht nur Eltern und Kinder bei einem Umzug innerhalb der Bundesrepublik zu spüren, sondern auch Lehrer oder Lehrbeauftragte, die ihren Wohnsitz oder Arbeitsplatz über die Grenzen verlagern. Dass bei einem einheitlichen Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst zwischen den einzelnen Bundesländern auch unterschiedliche Gehaltseinstufungen möglich sind, zeigt Verhandlungsspielraum auf.

So ist schwer zu verstehen, dass die Hamburger Schulbehörde einem Lehrbeauftragten schlechtere Konditionen bietet als Niedersachsen. Dabei hat Hamburg Bedarf an Lehrern insbesondere in Fächern wie Physik und Informatik, betont Bildungssenatorin Christa Goetsch. Die Schulreform mit dem Ziel einer sechsjährigen Grundschulzeit und Klassen mit geringeren Schülerzahlen hätte unter anderem zur Folge, dass Gymnasiallehrer in den fünften und sechsten Klassen künftiger Primarschulen benötigt werden, um die leistungsstärkeren Schüler zu fördern. Lehrbeauftragte, Seiteneinsteiger ohne zweites Staatsexamen, könnten Lücken schließen.

Aber in dieser Versorgungsfrage hat die Hamburger Schulbehörde ihre Hausaufgaben offensichtlich noch nicht gemacht. Bleibt nur zu hoffen, dass es nicht wie in Bremen zu Unterrichtsausfällen wegen unbesetzter Lehrerstellen kommt. Das rote Bildungs-Schusslicht könnte sonst in Hamburg leuchten.