Harburg
Kommentar

Vorzeigeprojekt für Wilhelmsburg

Mitten im Wilhelmsburger Reiherstiegviertel entsteht ein wirklich innovatives Projekt: Auf einer Baulücke an der Veringstraße bauen private Investoren für 3,5 Millionen Euro Wohnungen für deutsche und türkische Senioren.

Das "Veringeck" ist beispielhaft für einen Multi-Kulti-Stadtteil wie Wilhelmsburg, in dem ein Drittel Ausländer sind. In vielen Straßenzügen leben mehr Türken als Deutsche. Da ist es richtig, auch für diese Bevölkerungsgruppe ein attraktives Senioren-Wohnangebot zu schaffen. Denn auch die meisten türkischen Mitbewohner, die viele Jahrzehnte in Wilhelmsburg gelebt haben, wollen im Ruhestand weiter in ihrer "neuen Heimat" leben. Sie wollen ihre Kinder und Freunde nicht verlassen.

Für diese Menschen ist eine Senioren-WG mitten im Stadtteil genau das richtige Angebot. Denn sie wollen nur ungern auf der grünen Wiese, Kilometer entfernt von ihrem alten Viertel, alt werden. Der Charme des "Veringecks" liegt darin, dass es im Haus auch Angebote für alle Wilhelmsburger gibt: In einem türkischen Dampfbad kann man entspannen und in einem Café den Tag genießen. So können Kulturen und Generationen zusammenkommen, und die Älteren werden nicht unliebsam verpflanzt.

Es bleibt spannend abzuwarten, wie das "Veringeck" von den Senioren angenommen wird. Wenn der Zuspruch groß sein sollte, dürften auf der Elbinsel noch weitere Multi-Kulti-Seniorenhäuser gebaut werden. Denn außer Türken leben noch viele andere Nationen auf der Elbinsel.