Harburg
Kommentar

Im Kreistag nicht bei der Sache

Der Kreistag des Landkreises Harburg öffnet in der Schullandschaft der südlichen Metropolregion neue Wege. Vielleicht sind diese Wege nicht ganz so deutlich, wie es sich die Opposition gewünscht hätte, aber immerhin.

Die Modellschule für Jesteburg ist auf den Weg geschickt und der Standort Winsen soll für eine zweite Integrierte Gesamtschule geprüft werden. Jesteburger Realschüler sparen sich zwei 45 Minuten lange Schulbustouren, weil der Kreistag sich entschlossen hat, für diesen speziellen Fall die Schulbezirke-Regelung aufzuheben.

Wichtige Themen standen also auf der Agenda der Sitzung, aber was die Zuhörer und Zuschauer dieser Kreistagssitzung zu sehen bekamen, die hinter der SPD-Fraktion im Saal von Böttchers Gasthaus Platz genommen hatten, war, wie eine Zuschauerin nach der Sitzung bemerkte, "peinlich".

Auf den Monitoren der für teures Geld angeschafften und vom Bürger bezahlten Laptops mancher Kreistagsmitglieder waren mitnichten die Tagesordnung oder die gerade diskutierten Anträge zu sehen. Es wurde Solitär gespielt oder die neueste Mode der Internet-Shops begutachtet. Neu ist das Phänomen Karten legender Kreispolitiker nicht. Offenbar lässt sich auch manche Ausschusssitzung nur bei einer Karten-Patience am Laptop ertragen.

Der Bürger kann doch wohl verlangen, dass seine gewählten Vertreter bei solch wichtigen Themen bei der Sache sind und nicht herum spielen.