Harburg
Bundestagswahl

Veddel: Mehr Piraten als Christdemokraten

Der eindeutige Sieger der Bundestagswahl im Bezirk Hamburg-Mitte ist Die Linke: Sie konnte ihren Stimmenanteil in den Stadtteilen südlich der Norderelbe sowie in Finkenwerder/Waltershof und Rothenburgsort nahezu verdoppeln.

Veddel/Rothenburgsort. Der eindeutige Verlierer ist die SPD: Sie verlor in diesen Stadtteilen mindestens elf Prozentpunkte.

Zweiter Gewinner sind die Liberalen. Die FDP gewann hinzu: in Wilhelmsburg und Rothenburgsort jeweils plus 2,8 Prozentpunkte, in Finkenwerder/Waltershof plus 2,2 Punkte und auf der Veddel plus 0,5 Punkte - nur auf Steinwerder/Kleiner Grasbrook büßten die Liberalen 5,9 Punkte ein.

Die CDU fiel in Wilhelmsburg von 23,2 Prozent auf 20,3 Prozent zurück, auf der Veddel von 13,6 Prozent auf 10,2 Prozent und in Rothenburgsort von 24,9 Prozent auf 21,8 Prozent - allein in Finkenwerder/Waltershof legte die CDU von 24,8 Prozent auf 25,4 Prozent leicht zu.

Die Grünen konnten ihre Ergebnisse in allen Stadtteilen in etwa halten. Die SPD stürzte in Wilhelmsburg bei den Zweitstimmen von 48,5 Prozent auf 37,2 Prozent, auf der Veddel von 45,9 Prozent auf 32,9 Prozent, in Rothenburgsort von 46,7 Prozent auf 33,8 Prozent und in Finkenwerder/Waltershof von 45,7 Prozent auf 34,3 Prozent.

Die Linke steigerte sich in Wilhelmsburg von 8,6 Prozent auf 16,5 Prozent, auf der Veddel von 9,4 Prozent auf 18,4 Prozent, in Rothenburgsort von 8,8 Prozent auf 16,7 Prozent und in Finkenwerder/Waltershof von 6,9 Prozent auf 13,7 Prozent.

Einen erstaunlichen Erfolg verbuchte die Piratenpartei auf der Veddel: Hier wurde sie mit 10,6 Prozent viertstärkste Partei hinter SPD, Grünen und der Linken - aber noch vor der CDU (10,2 Prozent). Der Veddeler SPD-Distriktvorsitzende Klaus Lübke (46) war von dem Ergebnis seiner Partei "tief enttäuscht" - das gute Abschneiden der Piraten und der Grünen (19,7 Prozent) schrieb er den Studenten zu, die immer stärker auf die Veddel ziehen. Bei den Erststimmen lag der Bundestagsabgeordnete Hans-Ulrich Klose (SPD) mit 45,2 Prozent in Wilhelmsburg ganz klar vor seinem Konkurrenten Wolfgang Müller-Kallweit (CDU), der auf 23,4 Prozent kam.