Harburg

Erinnerung an Heidepastor Bode

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Ausstellung im Heimathaus Egestorf eröffnet

Egestorf. Das Jubiläumsjahr in Egestorf hat begonnen: Aus Anlass des 150. Geburtstags von "Heidepastor" Wilhelm Bode in diesem Jahr fanden gestern und am Himmelfahrtstag mehrere Veranstaltungen statt. Neben einem Gottesdienst, einer Theateraufführung der Grundschule Egestorf und der Eröffnung der Pastor-Bode-Ausstellung gedachten am Freitagabend auch zahlreiche Ehrengäste des Geistlichen, dessen gemeinnütziges Wirken bis heute seine tiefen Spuren in der Nordheide hinterlassen hat.

1886 war Wilhelm Bode als junger Geistlicher in den Heideort Egestorf gekommen. Früh bemühte er sich nicht nur um das geistliche Wohl seiner Gemeindeglieder, sondern auch um die Verbesserung ihrer ganz alltäglichen Lebensbedingungen. Bode gründete eine Spar- und Darlehnskasse, die heutige Volksbank Nordheide, er sorgte für Wasserversorgung, Eisenbahnanschluss und ein Badehaus, eine Arztpraxis und die Gründung des ersten und bis heute einzigen genossenschaftlichen Krankenhauses im benachbarten Salzhausen.

Daneben engagierte sich Wilhelm Bode wie kaum ein anderer für den Gedanken des Naturschutzes. Ihm ist es zu verdanken, dass der Totengrund, der Wilseder Berg und viele weitere Heideflächen bis heute erhalten geblieben sind. An all diese Leistungen erinnert die umfangreiche Ausstellung, für die Marlies Schwanitz, Egestorfer Gemeindearchivarin und Heimatvereinsvorsitzende, sowie Kreisarchivar Dr. Martin Kleinfeld ein halbes Jahr lang Originalstücke aus Pastor Bodes Zeit gesammelt und zu einer informativen Ausstellung zusammengefügt haben.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Genau gezählt hat niemand die Exponate, die jetzt im Heimatmuseum "Dresslers Hus" an Bodes Leben erinnern. Gut 100 Stücke sind es gewiss, darunter viele Fotos, Briefe und Dokumente. Die historischen Gegenstände erlauben Einblicke in Bodes alltägliches Leben. Noch erhalten sind das Tafelsilber der Familie Bode, der Opferstock aus der Kirche und ein Wandschrank aus dem Besitz der Familie, der die Jahrzehnte auf dem Dachboden im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde überdauert hat. Darin steht jetzt die Ikone, die Bodes Ehefrau Iraida einst aus ihrer lettischen Heimat mitgebracht hatte.

Die meisten Stücke stammen aus den Archivbeständen der Gemeinde Egestorf, des Heimatvereins und des Genossenschaftlichen Archivs in Hanstedt, dazu gesellen sich noch einige Leihgaben aus Privatbesitz. Dabei ist auch ein Teil des Mobiliars aus Bodes Arbeitszimmer, sein Schreibtisch, eine Standuhr, die das Ehepaar Bode zur Silberhochzeit von der Kirchengemeinde Egestorf geschenkt bekam, Napoleon-Figuren und ein Globus aus Bodes Besitz sowie die Vereinsfahne aus dem Jahr 1912, die Bode dem von ihm mit gegründeten Männerturnverein Egestorf stiftete.

Als Wilhelm Bode, den die Landeskirche 1923 seines Amtes enthoben hatte, 1927 an den Folgen eines Schlaganfalls starb, berichteten mehr als 300 Zeitungen in ganz Deutschland über den Tod des Heidepastors - einige der Nachrufe hängen in der Ausstellung. Zu sehen sind auch die beiden Silberleuchter, die auf dem Sarg standen, als Bodes Bruder Julius die Trauerandacht hielt.

Zur Ausstellungseröffnung waren sogar Gäste aus Mittelamerika angereist - drei Enkel und mehrere Urenkel, insgesamt zehn Nachkommen Bodes, die heute in Guatemala leben.

Das Leben des Pastors gibt es auch zum Nachlesen, denn begleitend zur Ausstellung ist die Broschüre "Egestorf erinnert sich" erschienen. Sie ist zum Preis von fünf Euro bei der Volksbank Nordheide in Egestorf, Hanstedt und Salzhausen, im Buchhandel und im "Dresslers Hus" erhältlich.

Die Pastor-Bode-Ausstellung kann noch bis zum 20. Oktober besichtigt werden. Öffnungszeiten sind dienstags bis freitags von 15 bis 17.30 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 12 Uhr und von 15 bis 17 Uhr.

www.pastor-bode.de