Treffpunkt Alster

Grölen, schreien, singen: Feier-Verbot am Winterhuder Kai

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Der Winterhuder Kai ist bei jungen Menschen beliebt (Archivbild).

Der Winterhuder Kai ist bei jungen Menschen beliebt (Archivbild).

Foto: Marcelo Hernandez

Der Treffpunkt für Jugendliche an der Alster sorgte für Beschwerden. Der Bezirk Nord erinnert an die „Spielregeln“ auf der Grünanlage.

Hamburg.  Der Winterhuder Kai ist ein beliebter Treffpunkt direkt an der Alster – und das vor allem bei sonnigem Wetter. Seit einigen Tagen sind dort jedoch auch große Plakate an Bauzäunen angebracht. Auf diesen formuliert der Bezirk Nord „Spielregeln“ für die Nutzung der Grünanlage – denn in der Vergangenheit kam es hier zu lautstarken Feiern von Jugendlichen, bei denen teilweise die Polizei einschreiten musste.

Die Schilder wurden nun bereits das zweite Jahr in Folge aufgestellt. Der Bezirksamtsleiter Werner-Boelz (Grüne) bittet insbesondere die jungen Besucher und Besucherinnen des Winterhuder Kais in diesem Jahr erneut um Rücksichtnahme: „Wir appellieren dringend an die Jugendlichen, sich an die Grünflächenverordnung zu halten, damit alle Hamburger und Hamburgerinnen den Sommer in der Hansestadt genießen können“, sagte Werner-Boelz dem Abendblatt.

Feier-Verbot: Lärm sei zu unterlassen

Das schöne Wetter lockte in den vergangenen Tagen bereits immer wieder Menschen an die Alster. „Es kam aber zu keinerlei Einsätzen vor Ort“, heißt es von der Polizei. Die Schilder seien deshalb vor allem präventiv aufgestellt worden, da für den Sommer wieder größere Ansammlungen von Feiernden am Winterhuder Kai erwartet werden.

Im Kern der Regeln steht, dass Lärm dabei ausdrücklich ganztägig zu unterlassen sei. Das Bezirksamt definiert Lärm als „jegliche Geräuschentwicklung, die über das übliche Maß des rücksichtsvollen Aufenthalts im öffentlichen Raum hinausgeht.“ Als Beispiele werden lautes Sprechen, Grölen, Schreien, Singen und laute sowie elektronisch verstärkte Musik genannt.

Feier-Verbot zeigte letztes Jahr Wirkung

Das Erinnern an Verhaltensregeln brachte im vergangenen Jahr laut Werner-Boelz durchaus Erfolge: Die Schilder, die auch auf Wunsch der Anwohner aufgestellt wurden, wirkten demnach insbesondere im Zusammenhang mit den Aktionen der Polizei vor Ort. Deshalb würden die Beamten den Winterhuder Kai auch in diesem Jahr sowohl stichprobenartig als auch nach Hinweisen von Anwohnern kontrollieren und gegebenenfalls intervenieren.

Auch Sandra Levgrün, Pressesprecherin der Polizei Hamburg, bestätigt, man stehe im guten Austausch mit dem Bezirksamt und werde vor allem an warmen und lauen Sommerabenden sowie an Wochenenden Präsenz zeigen. Es ist der einzige Treffpunkt im Bezirk Nord, der so im Fokus der Behörden steht: Auf weiteren Grünanlagen seien derzeit keine derartigen Erinnerungen an Verhaltensregeln in Form von Plakaten und anderen Aktionen geplant.

( hpcu )