Verkehr

Fahrradstraße oder nicht? Streit in Klein Borstel

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Die Stübeheide soll nach Willen von Grün-Rot Fahrradstraße werden. Die CDU im Bezirk ist gegen die Pläne (Symbolbild).

Die Stübeheide soll nach Willen von Grün-Rot Fahrradstraße werden. Die CDU im Bezirk ist gegen die Pläne (Symbolbild).

Foto: picture alliance

Grün-Rot will den Radverkehr der Wellingsbütteler Landstraße umleiten – Widerstand kommt von der CDU im Bezirk.

Hamburg. Eine von den Fraktionen von Grünen und SPD geplante Fahrradstraße in Klein Borstel sorgt für Unmut bei der im Bezirk Hamburg-Nord oppositionellen CDU.

Grün-Rot will mit der Umwidmung der Stübeheide zur Fahrradstraße die Wellingsbütteler Landstraße entlasten, die ab 2022 für fünf Jahre umgebaut wird.

Verkehr: Fahrradstraße in Klein Borstel "schnell und kostengünstig"

Mit Beginn des geplanten Umbaus der Wellingsbütteler Landstraße solle die parallel verlaufende Stübeheide zur Fahrradstraße umgewidmet werden. So würde nicht nur die Sicherheit der Radfahrer erhöht, die dann nicht mehr gezwungen seien, auf die Fahrbahn auszuweichen. Auch der durch die Baumaßnahmen erwartete Ausweichverkehr der Autofahrer während der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße werde unterbunden.

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Die Stübeheide werde schon jetzt viel von Radfahrern genutzt, dort würden derzeit aber gerade "jüngere und unsichere Verkehrsteilnehmer*innen" auf den Gehweg ausweichen, so die Fraktionen. Der Elternrat der Albert-Schweitzer-Schule habe bereits im vergangenen Herbst die Einrichtung einer Fahrradstraße gefordert, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

Mit der Umwidmung könne "schnell und kostengünstig eine attraktive Radwegeverbindung hergestellt werden, die bisher hier fehlt", heißt es im gemeinsamen Antrag. Die Kosten soll der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) übernehmen, indem die Umwidmung als "notwendige Bauhilfsmaßnahme während der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße" deklariert wird.

Fahrradstraße Stübeheide für die CDU Nord ein "No-Go"

Widerstand gegen die grün-roten Pläne kommt aus der CDU im Bezirk: Die Verbindung der Umwidmung mit der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraßen nennen die Christdemokraten einen "Deckmantel für ihr ideologisches Projekt", das dazu führen werde, dass "der Anwohnerverkehr in obere Teile des 'Dorfs' verdrängt wird".

Während die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, Karin Ros, von einem "Anliegen aus dem dem Stadtteil" spricht, das nun auf den Weg gebracht würde, "unter Beteiligung der Anwohner*innen und Gewerbetreibenden", spricht die CDU-Abgeordnete Martina Lütjens von der Maßnahme als "No-Go", das "den Klein Borsteler Bürgern nicht zuzumuten" sei.

CDU in der Bürgerschaft fordert, Radverkehr über Stübeheide umzuleiten

Die CDU Nord lehnt eine Fahrradstraße Stübeheide laut eigenen Angaben nicht grundsätzlich ab. Sie will aber zunächst ein Bürgerbeteiligungsverfahren beginnen – nach Ende der Sanierung der Wellingsbütteler Landstraße, die bis 2027 geplant ist.

Noch im Frühjahr hatte die CDU in der Bürgerschaft allerdings vom Senat gefordert, die Pläne des LSBG anzupassen: Eine Verlegung des Radverkehrs auf die Wellingsbütteler Landstraße sei inakzeptabel, weil es den Autoverkehr effektiv auf das Tempo der Radfahrer verlangsame. Deswegen, so die Christdemokraten unter Verweis auf die Stimmung im Stadtteil, solle der Radverkehr während der Bauzeit auf die Stübeheide verlegt werden.

Richard Seelmaecker, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft, hatte betont: "Gerade die Einbeziehung der Wünsche und Anregungen der Anwohner ist für die zukünftige Akzeptanz der Umbaumaßnahmen nötig und muss im weiteren Planungsprozess gewährleistet sein."