Hamburg

Streit um Lauf im Alstertal entschieden – vorerst

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Ein Jogger an der Hamburger Alster. Um den Volkslauf durch das Alstertal gibt es Zoff zwischen dem Verein Oberalster und dem Lauftreff Alstertal e.V.

Ein Jogger an der Hamburger Alster. Um den Volkslauf durch das Alstertal gibt es Zoff zwischen dem Verein Oberalster und dem Lauftreff Alstertal e.V.

Foto: Witters

Abtrünnige von Oberalster ziehen Antrag auf einstweilige Verfügung zurück. Richter: Warum gibt es keine Einigung?

Hamburg. Die hoch emotionale Auseinandersetzung um den Traditionslauf durch das Hamburger Alstertal ist in Teilen vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG) entschieden worden, ohne dass es ein Urteil gab. Im Titel- und Markenstreit um den Namen und das Logo des „Volkslaufs durch das schöne Alstertal“ haben die vom Verein Oberalster V.f.W. e.V abtrünnigen Läufer, die sich zu dem Lauftreff Alstertal e.V. zusammengeschlossen haben, ihren Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgezogen.

Sie hatten den Namen beim Patentamt eintragen lassen. Oberalster hatte ebenfalls einen Alstertal-Lauf am selben Datum im vergangenen September veranstalten wollen. Darin sahen die Lauftreff-Alstertal-Mitglieder in der geplanten Form ihr Recht auf den Namen verletzt. Corona-bedingt fielen dann die meisten Läufe ohnehin aus. Doch mit der einstweiligen Verfügung aus dem Juli 2020 war der Lauftreff vor dem Landgericht erfolgreich. Das wollte Oberalster nicht akzeptieren und zog vor das OLG.

"Volkslauf durch das schöne Alstertal": Markenstreit vor Gericht

Dort ließ der Vorsitzende Richter Michael Schmidt jetzt durchblicken, dass sein Senat das anders sehe als das Landgericht. Der Name „Volkslauf durch das schöne Alstertal“ sei zunächst „eine rein beschreibende Bezeichnung, was hier passieren soll“. Was von diesem Fakt abweiche, sei: das Wörtchen „schön“. Maßgeblich sei die „Verkehrssicht“ auf den Namen und das Logo: das Wellingsbütteler Tor, eine Läuferin und ein Läufer. Was also Otto Normalläufer glaubt, wer den Lauf veranstaltet.

Den tiefer gehenden Zoff bei Oberalster (das Abendblatt berichtete) um die Zukunft des Clubs, die Mitgliedsbeiträge und die Laufgruppe konnte Richter Schmidt nicht ansprechen. Er sagte: Er sehe nicht, dass die Sparte als Ganzes den Verein verlassen habe. Auch wenn es „Abtrünnige“ gebe, verliere Oberalster wahrscheinlich nicht das Recht, einen Lauf durch das Alstertal zu veranstalten und auch so zu nennen.

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Er sagte es vorsichtig, weil es zunächst nur um die einstweilige Verfügung ging und nicht darum, ob in einem Berufungsverfahren nicht doch anders entschieden werden könnte. Vor dem Hamburger Leichtathletikverband soll es nun eine Schlichtung geben. Innerhalb des Vereins Oberalster und zwischen Oberalster und dem Lauftreff erscheint eine Befriedung unwahrscheinlich. Richter Schmidt sagte: „Ein neutraler Außenstehender versteht schwer, warum man sich hier nicht einigen kann.“