Hamburg Airport

Werden Dauerparker rund um den Flughafen künftig verbannt?

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Anwohner Enno Dietrich hat die Petition "Bewohnerparken Fuhlsbüttel" initiiert

Anwohner Enno Dietrich hat die Petition "Bewohnerparken Fuhlsbüttel" initiiert

Foto: Ralf H. Franke

Hamburg prüft eine Ausweitung des Bewohnerparkens. Viele Fuhlsbütteler hatten sich über zugeparkte Wohnstraßen beschwert.

Hamburg.  Für die Fuhlsbütteler ist der Zustand bereits seit Langem ein Ärgernis: Fluggäste, die in den Wohnstraßen die Parkplätze blockieren, weil sie ihre Autos nicht am Airport, sondern kostenlos in umliegenden Wohngebieten abstellen – und das für mehrere Tage. Fuhlsbüttel werde mehr und mehr ein „Kundenparkplatz“ des Hamburg Airports, kritisieren Anwohner immer wieder. Ende 2017 hatten sie die an Innensenator Andy Grote (SPD) gerichtete Petition "Bewohnerparken in Fuhlsbüttel" gestartet und die Ausweitung der Bewohnerparkzone gefordert. Bis Mitte Februar hatten mehr als 1000 Personen unterzeichnet.

LBV nimmt diese Straßen unter die Lupe

Dass sich die Flughafen-Anwohner gegen die zugeparkten Straßen wehren, scheint Wirkung gezeigt zu haben. Am heutige Mittwoch kündigte der Landesbetrieb Verkehr (LBV) an, noch im ersten Halbjahr 2018 die Parksituation im Umfeld des Hamburger Flughafens zu untersuchen. „Ziel der Untersuchung ist es, festzustellen, ob über das bestehende Bewohnerparkgebiet N 100 hinaus die rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen für eine Ausweisung von weiteren Bereichen als Bewohnerparkgebiet vorliegen“, heißt es in der aktuellen Mitteilung.

Der LBV gibt an, dass die negativen Beobachtungen der Flughafen-Anwohner Hintergrund der Untersuchung sind. Das Gebiet, das jetzt unter die Lupe genommen werden soll, umfasst die Straßenzüge zwischen der Straße Maienweg, der U-Bahnlinie zwischen Fuhlsbüttel und Fuhlsbüttel Nord und den Straßen Moorreye, Krohnstieg, Langenhorner Chaussee, Alsterkrugchaussee und der Hindenburgstraße.

Enge Abstimmung mit Bezirksamt und Polizei

Im Mittelpunkt der Untersuchung steht eine anonyme Kennzeichenerhebung an bestimmten Stichtagen. Durch diese Erhebung wollen die Experten der Behörde feststellen, welche Nutzergruppen die Parkplätze belegen. Handelt es sich vorwiegend um ortsfremde Dauerparker, Bewohner oder Kurzzeitparker – die Untersuchung soll Antworten auf die Fragen bieten.

Der LBV stimmt sich bei seinem Vorhaben eng mit dem Bezirksamt Hamburg-Nord, der Polizei und der Flughafen Hamburg GmbH ab. Nach eigenen Angaben habe es in der vergangenen Woche bereits ein erstes gemeinsames Gespräch gegeben. Dabei wurde „eine gemeinsame Begleitung des Projektes vereinbart“, teilte der LBV mit.

Airport: „Wer einen Parkplatz buchen will, bekommt auch einen“

Das bestehende Bewohnerparkgebiet N 100 liegt in unmittelbarer Flughafennähe. Hier dürfen Kurzzeitparker ihre Fahrzeuge nicht länger als drei Stunden abstellen. Bei der Untersuchung geht es um Straßen, die etwas weiter vom Airport entfernt liegen. Der Flughafen hält rund 12.000 Parkplätze für Fluggäste vor und mietet in der Hochsaison in den Sommerferien weitere Parkflächen an. „Wer einen Parkplatz buchen will, bekommt auch einen“, sagte Flughafen-Sprecherin Janet Niemeyer. Zudem gibt es private Anbieter, die Parkplätze mit Shuttle-Bussen zum Flughafen anbieten. Rund ein Drittel der Fluggäste kommt mit dem öffentlichen Nahverkehr zum Flughafen.

Grundsätzlich wird mit einem Bewohnerparkgebiet, das nie größer als 1000 mal 1000 Meter sein darf, das Ziel verfolgt, Bewohnern und Kurzzeitparkern wieder bessere Parkmöglichkeiten zu geben. Genau das erhoffen sich auch die Anwohner in Fuhlsbüttel.

( coe/dpa )