Winterhude

Streit um Fahrradstreifen auf der Maria-Louisen-Straße

Radfahrer sollen auf die Straße. Dafür fallen Parkplätze weg und Bäume werden gefällt. CDU spricht von Kahlschlag, SPD von Sicherheit.

Hamburg. Die Maria-Louisen-Straße in Winterhude soll einen Radstreifen auf der Fahrbahn bekommen – trotz der Proteste von Anwohnern. Das hat der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude am Dienstagabend bekannt gegeben.

Das sind die Pläne: Auf mehreren Hundert Metern in der Nähe des Johanneums soll der Radverkehr auf die Fahrbahn verlegt werden. Etwa drei bis vier Monate werden die Bauarbeiten dauern.

CDU: 40 Parkplätze fallen weg

Kritik an den Plänen kommt von CDU-Fraktionschef Christoph Ploß: „Dieses Mal wollen SPD und Grüne fast 40 Parkplätze vernichten. Hinzu kommen noch weitere Parkplätze, die an der Barmbeker Straße abgebaut werden sollen.“ Er spricht von einem millionenteuren Schildbürgerstreich. Der Umbau kostet 1,1 Millionen Euro.

Christoph Ploß: „Die Bäume und Parkplätze müssen unbedingt erhalten bleiben. Die CDU wird diesen rot-grünen Kahlschlag in der Maria-Louisen-Straße nicht akzeptieren und für die Bürger kämpfen!“ Er sorgt sich um den ansteigenden Parkdruck in dem Viertel.

SPD: Es geht um Sicherheit der Schüler

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Domres sagte dem Abendblatt, der Schulweg zum Johanneum und zur Heinrich-Hertz-Schule solle sicherer gemacht werden. Hier hatte es einen schweren Unfall gegeben. Man habe den Bestand an Parkplätzen und Bäumen "so weit wie möglich unangetastet" lassen wollen. Wegen des kleinen Straßenquerschnittes an einer Stelle müssten aber 32 Parkplätze weichen. "Das ist nicht schön, aber in der Abwägung notwendig", so Domres. Es gehe um die Sicherheit der Schüler.

Teil eines Gesamtkonzeptes

Am 27. März wird über das Projekt im Regionalausschuss abgestimmt. Die CDU beantragt, die Pläne zugunsten des Erhalts der Bäume und Parkplätze zu ändern.

Das Stück der Maria-Louisen-Straße ist Teil eines Gesamtkonzeptes: Auf zehn Kilometern Länge will der Bezirk in diesem Jahr an unterschiedlichen Stellen Radfahrschutzstreifen anlegen. Im Einzelnen sollen folgende Straßen die neuen Schutzstreifen erhalten: Alte Wöhr zwischen Saarlandstraße und Fuhlsbüttler Straße, Rathenau zwischen Seniorenresidenz und Alsterdorfer Damm, Langenfort zwischen Fuhlsbüttler und Otto-Speckter-Straße, Wiesendamm, Graumannsweg einseitig gegen Einbahnstraße, Maria-Louisen-Straße zwischen Sierichstraße und Leinpfad (im Alsterrad-Konzept enthalten), Alsterkrugchaussee (Beendigung der Arbeiten).