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Neue Radlerachse durchzieht den Norden von Hamburg

Was sich 2015 in den Bezirken ändert. Heute: Bezirk Hamburg-Nord. Im Osten des Stadtparks ist im neuen Jahr vieles geplant. Neben umgestalteten Freiflächen sollen vor allem neue Wohnungen im Fokus stehen.

Hamburg. Vor allem im Osten des Stadtparks ist viel geplant. Der Bau von 2000 Wohnungen wird ein neues Quartier entstehen lassen. Der Schwerpunkt im Bezirk Nord liege auch im neuen Jahr auf dem Wohnungsbau, betont Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) im Gespräch mit dem Hamburger Abendblatt. Dazu kommen umgestaltete Freiflächen und eine Fahrradachse.

1. Pergolenviertel Rund 1400 Wohneinheiten sollen im sogenannten Pergolenviertel zwischen Hebebrandstraße (S-Bahnhof Rübenkamp) und Alte Wöhr (S-Bahnhof Alte Wöhr) entstehen. Geplant ist Geschosswohnungsbau in unterschiedlichen Baublöcken, 60 Prozent der Wohnungen werden öffentlich gefördert. Die Gebäude in dem rund 27 Hektar großen Baugebiet sind drei- bis achtgeschossig geplant, es soll große, durchlässige grüne Innenhöfe geben, ähnlich wie in der Jarrestadt.

Auf 21 Hektar befinden sich derzeit noch 330 Zeit-Kleingärten, die umgesiedelt werden müssen. Das neue Konzept sieht vor, dass 160 Kleingärtner neue Parzellen im Quartier bekommen, diese werden jeweils etwa 400 Quadratmeter groß sein. Ein Teil der Kleingärtner wird Parzellen im südlichen Langenhorn bekommen, auch im ehemaligen Anzuchtgarten des Stadtparks an der Saarlandstraße wird es Platz für etwa 60 Kleingärten geben, gut 90 Kleingärten werden in Langenhorn ausgewiesen. „2016 wollen wir dort bauen“, so Harald Rösler, „es ist unser größtes Projekt.“ Auf knapp einem Viertel des Pergolenviertels sind Parkflächen, Spiel- und Bolzplätze geplant. Nahezu alle größeren Laubbäume sollen erhalten werden. Für einen Bauwagenplatz mit etwa 15 Bewohnern sucht der Bezirk derzeit noch einen neuen Standort.

2. Stadtparkquartier In der Nähe des Hamburger Stadtparks entsteht, zentrumsnah und doch im Grünen, auf dem Gelände des ehemaligen Güterbahnhofs Barmbek auf insgesamt 16 Baufeldern ein neues Wohnquartier mit 650 Wohnungen, 220 davon sind öffentlich gefördert.

3. Tarpenbek Greens Für das Grundstück auf der Brache des ehemaligen Güterbahnhofs Lokstedt gibt es inzwischen einen gültigen Bebauungsplan. 750 Wohnungen dürfen dort gebaut werden. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Spekulationen, dass der Eigentümer, die irische McGarrell Reilly Group, das Grundstück weiterverkauft habe, „einen Eigentümerwechsel können wir nicht bestätigen“, sagt aber Bezirksamtsleiter Rösler. Wann dort tatsächlich gebaut wird, ist unklar, der Bezirk könne nur abwarten.

4. Bezirksamt Hamburg-Nord und Grundschule St. Nikolai Die Zukunft von Bezirksamt und der nebenan gelegenen Grundschule St. Nikolai hat die Bezirkspolitiker, Anwohner und Eltern der Schüler im vergangenen Jahr schwer beschäftigt. Während ihrer Sitzung im Dezember beschloss die Bezirksversammlung mit großer Mehrheit, dem Votum des Planungsbeirats „Eppendorf 17“ zu folgen und dem Senat zu empfehlen, eine denkmalgerechte Sanierung und Erweiterung der Schule umzusetzen sowie den Denkmalschutz für Schule und Bezirksamt aufrechtzuerhalten. Ursprünglich war überlegt worden, Schule und Bezirksamt abzureißen und beide auf der dann freien Fläche unter Schaffung von Wohnraum neu zu ordnen. „Die Schule ist mit drei Zügen geplant mit der Option, gegebenenfalls (auch später) einen vierten Zug zu realisieren“, sagt Peter Albrecht, Sprecher der Schulbehörde. Für das Bezirksamt ändert sich vorerst nichts. Der bestehende Mietvertrag ist noch bis zum Jahr 2026 gültig.

5. Dieselstraße In Barmbek-Nord sind im Plangebiet Dieselstraße zwischen den Straßen Langenfort im Norden und Habichtstraße im Süden 675 neue Wohnungen, Dauerkleingärten und Grünflächen auf ungefähr zehn Hektar Gesamtfläche geplant. Zuvor muss allerdings ein Sportplatz verlagert werden. Auch der Opernfundus, der Gebäude der ehemaligen Schiffsbauversuchsanstalt mit ihrer alten Bausubstanz nutzt, braucht ein neues Zuhause. Kritik gibt es von Anwohnern an der Größe des geplanten Bauprojekts in dem stark besiedelten Stadtteil.

6. Quartier am Weißenberg In diesem Jahr werden die ersten Bewohner einziehen können, dann ist der erste Bauabschnitt fertig. Die Saga errichtet in der Nähe der Justizvollzugsanstalt Fuhlsbüttel das neue Quartier Am Weißenberg in Ohlsdorf mit 480 Wohnungen, von denen mehr als drei Viertel öffentlich gefördert sein werden. Neu entstehen darüber hinaus eine Kita, eine Seniorenwohnanlage sowie ein öffentlich zugänglicher Park. Zum Gesamtprojekt gehört auch die denkmalgerechte Modernisierung der ehemaligen sogenannten „Wärterhäuser“ der JVA. Im zweiten und dritten Bauabschnitt entstehen fünf Mehrfamilienhäuser mit jeweils drei Voll- und Staffelgeschossen. Die damit verbundenen insgesamt 155 öffentlich geförderten Wohnungen mit einer Durchschnittsgröße von rund 57Quadratmeter erhalten alle einen Balkon oder eine Terrasse.


7. Luftfrachtzentrum Am Flughafen entsteht derzeit das neue Luftfrachtzentrum, das Hamburg Airport Cargo Center (HACC). Moderne Gebäude werden am Weg beim Jäger das bisherige Luftfrachtzentrum ersetzen. Insgesamt entstehen 6000 Quadratmeter Büroflächen und etwa 20.000 Quadratmeter Logistikflächen. Die Jahreskapazität soll bei 150.000 Tonnen Luftfracht liegen.

8. Langenhorner Markt Der Langenhorner Markt zeigt sich nach der umfangreichen Sanierung schon jetzt in einem moderneren Licht. Nach einem Eigentümerwechsel der Ladenzeile soll nun ein Teil der Gebäude abgerissen und neu gebaut werden. Geplant sind nach Angaben des Bezirksamts größere Einzelhandelsflächen mit darüberliegenden Wohnungen. „Der Markt muss noch mehr Strahlkraft bekommen“, wünscht sich Bezirksamtsleiter Rösler. Neben dem Krohnstieg-Center wird derzeit eine Seniorenwohnanlage mit 140 Wohnungen gebaut. Die südliche Tangstedter Landstraße ist fast fertig umgebaut, bekommt aber noch einen Radfahrstreifen.

9. Ehemaliges Hertie-Kaufhaus Barmbek Die neuen Projektentwickler für das Hertie-Grundstück am Barmbeker Bahnhof – TransArt aus Düsseldorf und OFB aus Frankfurt – planen dort großzügige Einzelhandelsflächen. Der Baubeginn des Geschäftshauses ist für das vierte Quartal 2015 geplant, der Bau soll bis 2017 fertig sein. Nebenan errichtet die gesetzliche Unfallversicherung VBG ihre neue Firmenzentrale. Dort entsteht auf einem rund 5300 Quadratmeter großen Grundstück ein Büro- und Geschäftsgebäude.

10. Museum der Arbeit Die Umgestaltung des Museumsplatzes wird 2015 abgeschlossen, ebenso der große Anbau der Zinnschmelze. Das Museum der Arbeit würde zudem gern einen weiteren Flügel aktivieren.

11. Bethanien-Höfe und ehemaliges Krankenhaus Bethanien Auf dem Gelände des ehemaligen Krankenhauses Bethanien an der Martinistraße in Eppendorf plant der Bauverein der Elbgemeinden eG (BVE) bis Ende des Jahres 76 Wohnungen. Außer der Fassade wird vom historischen Ensemble nichts erhalten bleiben. Gegenüber entstehen die Bethanien-Höfe – ein Neubau des Diakonissen-Mutterhauses, zudem ein Pflegebereich mit 123 Plätzen in neun Wohngruppen sowie 68 Appartements für betreutes Wohnen. Schon im September 2014 wurde Richtfest gefeiert, 2015 sollen dann alle Teile bezugsfertig sein.

12. Fuhlsbüttler Straße Der öffentliche Raum an der Fuhlsbüttler Straße soll moderner werden. Die Sanierung der Straße ist im Dezember 2014 abgeschlossen worden, nun sollen neue, breitere Fußwege kommen, mehr Bänke, mehr Grün, außerdem Radwege und Radstreifen. „Es ist eine große Dynamik in dem Gebiet“, sagt Bezirksamtsleiter Rösler.

13. Philips-Zentrale Richtfest für den Neubau mit etwa 18.000 Quadratmetern an der Röntgenstraße in Fuhlsbüttel war bereits im Dezember, bis Ende 2015 soll die neue Konzernzentrale fertig sein.

14. Radwege Auf insgesamt zehn Kilometern Länge will der Bezirk in diesem Jahr an unterschiedlichen Stellen sogenannte Radfahrschutzstreifen anlegen. Kostenpunkt für die Maßnahmen: zweieinhalb Millionen Euro. „Wir haben den großen Ehrgeiz, dass wir eine Achse hinkriegen vom Norden über die Bebelallee bis zum Leinpfad“, sagt Rösler, als Anbindung an das Alsterfahrradachsenkonzept. Im Einzelnen sollen folgende Straßen die neuen Schutzstreifen erhalten: Alte Wöhr zwischen Saarland- und Fuhlsbüttler Straße, Rathenau zwischen Seniorenresidenz und Alsterdorfer Damm, Langenfort zwischen Fuhlsbüttler und Otto-Speckter-Straße, Wiesendamm, Graumannsweg einseitig gegen Einbahnstraße, Maria-Louisen-Straße zwischen Sierichstraße und Leinpfad (im Alsterrad-Konzept enthalten), Alsterkrugchaussee (Beendigung der Arbeiten).