Aktion Lieblingsmenü

Geht nicht, gibt’s nicht, ist das Motto bei Stock’s

Hauptgang: Zum Rinderfilet gibt es Blattspinat und Knusper-Püree

Hauptgang: Zum Rinderfilet gibt es Blattspinat und Knusper-Püree

Foto: Michael Rauhe

Das Stock’s in Poppenbüttel tischt das Lieblingsmenü 2015 auf. Der Patron serviert dabei Fisch, Sushi und ein kräftiges Stück Fleisch.

Wie im Märchen erscheint das alte Reetdachgebäude mit dem tiefgezogenen Dach, das in Poppenbüttel in Hamburgs Norden liegt. Und drinnen scheint die Zeit etwas langsamer zu vergehen, denn lange sitzen die Gäste an diesem verregneten Tag in Stock’s Restaurant. Sehr lange. Man kennt sich. Heiko Stock nimmt sich viel Zeit, seine Gäste zu begrüßen.

Fürs Lieblingsmenü hat er fünf Gänge komponiert, die wir nun probieren wollen. Wir freuen uns, dass der Tausendsassa, der mit 28 Jahren als jüngster selbstständiger Sternekoch einen Michelin-Stern erkochte, beim Lieblingsmenü dabei ist. Tausendsassa, denn in dem alten Haus und einer ehemaligen Garage betreibt der 46-Jährige ein kleines Gastroimperium.

Das Stock’s macht bei der kommenden Staffel des Lieblingsmenüs vom Hamburger Abendblatt mit. Fünf tolle Restaurants sind diesmal dabei. Und alles dreht sich wieder um fünf Gänge, die extra für die Leser kreiert wurden. Das ist nicht nur sehr geschmackvoll, sondern auch einfach für den Gast: Mit einem Gutschein kann man am Lieblingsmenü teilnehmen. Für den Komplett-Preis von 59,50 Euro werden fünf Gänge in den teilnehmenden Restaurants serviert. Zu jedem der Gänge gibt es einen passend ausgesuchte Weine. Obendrein werden auch Wasser und eine Kaffee-Spezialität serviert. Die Weine stammen wieder von Rindchens Weinkontor. Die Gutscheine für die Teilnahme am Lieblingsmenü gibt es nur über die Hamburger-Abendblatt Ticket-Hotline (040/30 30 98 98).

Diesmal läuft die Aktion in den fünf Restaurants von Anfang Dezember bis Ende Mai. Mit dabei sind das asiatische Red Chamber in der City, Stock’s Restaurant in Poppenbüttel, das Vlet in der Speicherstadt, das Apples im Hotel Hyatt und Die Bank. Wie es genau mit dem Gutschein funktioniert, steht rechts. Im Stock’s läuft die Aktion von 4. Januar bis 24. März 2016.

Heiko Stock ist bekannt für Fisch, Seafood und ungewöhnliche Sushi

Goldene Lampen, schwarze Tische, schwarze Holzbalken und schwarze Stühle bezogen mit schwarzem Kroko-imitat. Drakula-Fan? „Nein, aber heute würde ich das Design wohl heller wählen“, sagt Heiko Stock. Und mit dem ersten Gang und einem Patron, der charmant, offen und uneitel seine Kreationen serviert, ist das Dunkel vergessen. „Geht nicht, gibt’s nicht“, sagt Heiko Stock lachend zum Schluss, als fest steht, dass unter den fünf Gängen eine gute Portion Fleisch dabei ist. Denn Stock ist bekannt für Fisch, Seafood und seine ungewöhnlichen Sushis.

Zum Start hat er gewählt: Avocado-Lachstatar mit Rösti. Alles frisch aus der Küche. Auf einem knusprigen Rösti steht eine zylinderförmige Portion Lachstatar, schmelzend zart und mild im Geschmack. Auf dem Tatar liegt ein schmaler Streifen gegrillter knuspriger Lachshaut. Dazu passt das Brot vom nahen Café Reinhardt. Butter und ein Tomatendip stehen mit auf dem Tisch.

Der Wein: 2014 Grüner Veltliner, Kremser Kogl, Forstreiter, Kremstal, Österreich. Direkt an der Donau liegt die Steillage „Kremser Kogl“. So entsteht ein fruchtiger, eleganter und sortentypischer Wein.

Die bekannte Bäckerei Reinhardt liegt nicht weit entfernt an der Poppenbüttler Hauptstraße 37 und liefert nicht nur Backwaren, sondern bietet auch Parkplätze. Stocks Imperium in Poppenbüttel nutzt den großen Parkplatz bei Reinhardt abends für einen Shuttle-Dienst, denn vor dem Restaurant gibt es nur acht Parkplätze, hinter dem Haus stehen noch 20 Plätze zur Verfügung.

Das Restaurant hat unten 130 Plätze für die Gäste. Draußen kommen noch 130 hinzu. Im ersten Stock liegt das Kaminzimmer mit noch mal 100 Plätzen, einer zweiten Küche und weiteren 55 Außenplätzen. Heiko Stock ist begeisterter Skifahrer und hat das Kaminzimmer wie eine Tiroler Almhütte ausbauen lassen: Kuhfelle, Leder viel Holz, Hirschgeweihe, alte Skier und ein Shirt vom FC Bayern an der Wand. Die Mannschaft des HSV hat hier oben aber auch schon gefeiert. Heiko Stock nimmt auch Bestellungen von Gruppen an, die dann ihr Lieblingsmenü oben genießen können.

Eine Produktionsstraße für Nahrungsmittel

Das neueste Steckenpferd des Kochs steht in der Garage nebenan: Eine richtige Produktionsstraße für Nahrungsmittel, wie zum Beispiel Dips, Soßen und Dressings. Die Garage nennt er „Genusswelt“. Premiumprodukt: Hummersuppe als Konserve.

Diese gibt es frisch für die Gäste des Lieblingsmenüs im zweiten Gang, den Stock mit Understatement „Aufgeschlagene Hummersuppe mit Estragon“ nennt. Der erste Probierlöffel zeigt: Reichlich Stücke vom Hummer finden sich darin, perfekt gegart. Saftig, leicht knackig und mit der pikant-lieblichen Süße, die nur mit frisch zubereitetem Hummer möglich ist. Der Wein dazu: 2014 Pinot Blanc de Noirs, Peth Wetz, Rheinhessen. Der goldgelb funkelnde Tropfen ergänzt die aromatische Hummersuppe mit einem fruchtigen Geschmacksbild von Melonen, Äpfeln und Mandelblüte.

Allein der nächste, der dritte Gang lohnt die Reise zum Lieblingsmenü ins nördliche Poppenbüttel. Hinter dem simplen Titel „Warmes California-Sushi“ verbirgt sich ein ungewöhnlicher Genuss, denn die einzelnen Stücke sind mit vielen unterschiedlichen Zutaten gefüllt und bringen halbwarm ihre Aromen gut zur Geltung. Auf gut Poppenbüttlerisch heißen sie: „Hot Spicy“, „Funky Tuna“, „Sexy Freak“ und „Rock Shrimp Tampura“. So ein „Sexy Freak enthält dann knusprig gebratenen Snapper, Avocado, Gurke, Trüffelrahm und Zwiebelcrunch. Der Wein dazu: 2014 Sauvignon Blanc, trocken, Weingut Peth Wetz, Rheinhessen. In der Nase zeichnet dieser sich durch seinen individuellen Charakter aus – Mineralität und Duft nach gemahlenem Gestein. Ganz klar, dass das Sushi den perfekten Partner gefunden hat!

Auf seinen vielen Stationen während der Ausbildung und Arbeit im Hotel Atlantic, im „Tantris“ und der „Aubergine“ unter Eckhart Witzigmann hat Heiko Stock auch sein flexibles Motto „Geht nicht gibt’s nicht“ gelernt. Auf Wunsch des Abendblattes baut er nun einen Fleischgang ein. Zum Rinderfilet gibt es Blattspinat und Stocks Knusper-Püree. Der Clou: Auf dem Fleisch liegt eine Kruste mit Feta-Käse.

Der Wein aus Italien: 2012 Morellino di Scansano, Nibbiale, Toskana. Durch das komplexe, animierende Geschmacksprofil mit würziger, faszinierender Tiefe schmeichelt er dem Gericht.

„Hot Chocolate Cake mit Vanilleeis“ rundet das Menü ab. Mit einem flüssigen Kern ist der recht große Schokokuchen perfekt, und das Rezept für das Vanilleeis hat Stock aus dem „Tantris“ mitgebracht. Zum Abschluss werden wir verzaubert von einem opulenten Bukett: 2013 Maury, Serre Romani, Roussillon, Frankreich Das Schokoladenküchlein verschmilzt mit den Weinaromen aus Nüssen, Honig und Trockenfrüchten.

Zusammenfassend: Der Besuch lohnt sich, weil man in ein Gastronomie-Imperium Einblick bekommen kann, das nur einer betreiben kann, der einem Hobby frönt und gern und viel arbeitet. Dass Heiko Stock auch noch mit seinen Gästen charmant umgehen kann und eine tolle, sehr variantenreiche Küche bietet, kann man beim Lieblingsmenü nun recht leicht kennenlernen. Der abendliche Shuttle-Dienst vereinfacht es noch.