Flüchtlinge

Baustopp in Klein Borstel: Stadt legt Beschwerde ein

Klein Borstel Demo, Foto: Lebenswertes Klein Borstel e.V.

Klein Borstel Demo, Foto: Lebenswertes Klein Borstel e.V.

Foto: Ulrich Schaarschmidt

Jetzt soll eine Änderung des Bebauungsplanes die Folgeunterkunft ermöglichen. Gemischte Reaktionen im Stadtteil.

Ohlsdorf.  Die Stadt will den vom Verwaltungsgericht verhängten Baustopp für die Flüchtlingsunterkunft in Klein Borstel nicht hinnehmen. Die Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI) werde eine entsprechende Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen, kündigte der Senat an. Parallel werde eine Änderung des Bebauungsplans in Gang gesetzt.

Die beiden Bürgerschaftsfraktionen von SPD und Grünen unterstützen die Pläne der Sozialbehörde. „Wir müssen die Folgeunterkünfte überall schnell und massiv ausbauen, um wieder mehr Platz in den Erstaufnahmen zu schaffen“, so die sozialpolitischen Sprecherinnen Ksenija Bekeris (SPD) und Mareike Engels (Grüne) in einer gemeinsamen Erklärung.

Ziel bleibe, die Folgeunterkünfte gleichmäßig über die gesamte Stadt zu verteilen, so Sozialministerin Melanie Leonhard. „Nur wenn alle Stadtteile bei der Unterbringung, Versorgung und Integration von nach Hamburg geflüchteten Menschen helfen, kann die Kraftanstrengung gemeistert werden, vor der wir alle stehen.“

Klein Borstel scheint gespalten

In Klein Borstel löste die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes unterschiedliche Reaktionen aus. Während sich die einen erleichtert über die Entscheidung zeigen, ärgern sich andere über den erzwungenen Baustopp. „Das ist sehr peinlich für uns Klein Borsteler“, so Jörg Teepe, der seit mehr als 20 Jahren im Stadtteil wohnt. „Die Menschen leiden, hungern, fürchten Bombenangriffe und fliehen schließlich durch ganz Europa, während hier die Bewohner des trauten Neubaugebiets Angst davor haben, dass sie in ihren Gärten gestört werden könnten.“

Martina Lütjens von der CDU Hamburg-Nord fordert, die Anwohner bei den weiteren Planungen mit ins Boot zu holen. „Integration kann nur erfolgen, wenn die Bürger sich beteiligen können.“ Das sei bislang versäumt worden. Die Initiative „Klein Borstel hilft“, die bereits 200 Unterstützer hat, bereitet sich weiter auf die Ankunft der Flüchtlinge vor. „Da es sich um eine erstinstanzliche Entscheidung handelt, kann es sein, dass der Baustopp schon bald wieder aufgehoben wird“, so Sprecherin Marianne Koch. „Daher wollen wir keine Zeit verlieren.“