Barmbek

Ende des Schandflecks? Hertie-Grundstück erneut verkauft

So hatte die Development Partner AG den Neubau auf dem ehemaligen Hertie-Gelände noch vor zwei Jahren geplant

So hatte die Development Partner AG den Neubau auf dem ehemaligen Hertie-Gelände noch vor zwei Jahren geplant

Foto: Development Partner AG / Bieling Architekten

Wann das Areal am Bahnhof Barmbek bebaut wird, ist weiter unklar. Denn für den neuen Investor ist das Projekt ein heikles Unterfangen.

Hamburg.  Das Tauziehen um das ehemalige Hertie-Gelände nördlich des Barmbeker Bahnhofs geht in die nächste Runde. Überraschend hat nun das Immobilienunternehmen Development Partner aus Düsseldorf den Zuschlag für das Grundstück bekommen, bestätigt Unternehmenssprecher Ralf Bettges. Unklar ist jedoch, ob das seit nunmehr sechs Jahren ungenutzte Gelände in naher Zukunft bebaut wird. Denn der Bezirk und das Unternehmen halten sich bedeckt.

Investoren springen nach Abriss wieder ab

Zu gleicher Zeit im vergangenen Jahr war die Freude noch groß: Die Investoren TransArt aus Düsseldorf und die Immobiliengruppe OFB aus Frankfurt wurden die neuen Projektentwickler und ließen das seit 2009 leerstehende Gebäude abreißen. Es sollte Platz für ein neues großes Geschäftshaus mit vielen Einzelhändlern im Erdgeschoss machen. Bezirk und Bürger feierten dies mit einer großen Abrissparty, voller Vorfreude auf die neue Einkaufsmöglichkeit in der Nachbarschaft.

Doch während die in Hamburg hauptansässige Unfallversicherung VBG auf einem kleinen Teil des Areals bereits Grundsteinlegung für ihren Neubau feierte, tut sich auf dem Hertie-Gelände nach der großen Ankündigung seit nahezu einem Jahr nichts. Die Investoren sind wieder abgesprungen, der Grund blieb ein Geheimnis. Die Barmbeker mussten indes weiter um das brachliegende Areal bangen.

Lässt das Filetgrundstück sich nicht vermarkten?

Unter Anwohnern wächst das Unverständnis dafür, dass die Verhandlungen zwischen dem Insolvenzverwalter der Arcandor AG (ehemals KarstadtQuelle AG), der Stadt und den Kaufinteressenten nur zäh verlaufen. Schließlich handelt es sich um ein Filetgrundstück im Bezirk Nord, das für Einzelhändler äußerst attraktiv ist.

Mit rund 70.000 Fahrgästen gehört der S-, U- und Busbahnhof Barmbek zu den größten Drehkreuzen in Hamburg, das Grundstück ist damit hervorragend an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Zudem fehlt dem Stadtteil bisher auf der Ecke ein Nahversorgungszentrum diesen Ausmaßes. Der Wochenmarkt auf dem Bert-Kaempfert-Platz kann dem Bedarf nur bedingt gerecht werden.

Kaufvertrag war schon einmal geplatzt

Jetzt soll das Immobilienunternehmen Development Partner den Stadtteil von seinem Schandfleck befreien. Derzeit befindet es sich in Verhandlungen mit dem Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung des Bezirks Hamburg-Nord über den städtebaulichen Vertrag. Für das Unternehmen ist das ein heikles Unterfangen, denn an diesem Punkt war das Vorhaben bereits einmal gescheitert.

Die Development Partner AG hatte schon vor drei Jahren für das Gelände geboten, sogar erste Pläne für das Areal erstellt. Die sahen 9000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche auf drei Ebenen vor. Doch den Zuschlag erhielten damals andere, vermutlich, weil das Unternehmen nicht genügend Mietinteressenten gewinnen konnte. In einer offiziellen Stellungnahme von Development Partner hieß es im vergangenen Jahr dazu: „Grund hierfür sind Schwierigkeiten beim Abschluss des städtebaulichen Vertrages und einer nachbarschaftlichen Vereinbarung mit der vor Ort gewünschten Nutzung.“

Bezirk hält an bisherigen Plänen fest

Dementsprechend vorsichtig äußert sich das Unternehmen jetzt. „Wir werden in dieser Phase der Verhandlungen keine Stellung beziehen“, sagt Sprecher Bettges knapp und verweist an den Bezirk. Bezirksamtssprecherin Katja Glahn spielt den Ball zurück. „Wir werden dem Unternehmen nicht vorgreifen, über die Pläne wissen die Bauherren am besten Bescheid. Das ist schließlich nicht Angelegenheit der Stadt“, sagt sie.

Glahn erinnert aber daran, dass der Bebauungsplan für das Areal einen klaren Rahmen vorgibt. „An den bisherigen Plänen, dort ein Geschäftshaus mit vielen Einzelhändlern zu realisieren, wird sich damit nicht viel ändern“, sagt sie. Ob und wann nun mit einem Bau begonnen werden kann, bleibt also weiter abzuwarten.