Langenhorn

Behörde umgeht Bürgerbeteiligung an Stockflethweg

Obwohl die Gespräche zwischen Anwohnern und Bezirk nicht abgeschlossen sind, stellte der LSBG bereits seine Pläne vor.

Hamburg. Die Mitglieder der Initiative „Stockflethweg“ sind schockiert, einige sprechen von Betrug. Der Grund dafür sind die Pläne des Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) zur Neugestaltung der Kreuzung an der Langenhorner Chaussee Höhe Stockflethweg. Laut Initiative beinhalten diese kaum Forderungen des Bürgerbegehrens. „Die Dreistigkeit, mit der hier der Wille der Langenhorner Bevölkerung – Tausende Unterschriften beim Bürgerbegehren – übergangen wird, macht mich fassungslos“, sagt Karen Wilbrandt von der Anwohner-Initiative.

Der LSBG stellte am Montag seine überarbeiteten Pläne für die Verkehrsführung nahe der neuen „Wichert-Welt“ dem Regionalausschuss vor. Der Zeitpunkt dafür ist denkbar ungünstig. Erst im April hatte die Bezirksversammlung beschlossen, das Bürgerbegehren der Initiative zu berücksichtigen. Die Gespräche zu der Beteiligung sind zur Zeit noch im Gang, dem entgegen laufen aber offenbar die jetzt vorgestellten Pläne des LSBG.

Laut Initiative plant die Behörde unverändert mit zwei Fahrspuren pro Richtung und einem zusätzlichen Linksabbieger in den Stockflethweg. Zudem sollen drei Fahrspuren im Stockflethweg entstehen. Auch der Baumschutz wurde offenbar nicht weiter in die Planungen einbezogen. „Lediglich fünf Straßenbäume sollen nun gerettet werden“, sagt Sabine Lüthje von der Initiative. Nach den Plänen des LSBG werden 22 Bäume an der Langenhorner Chaussee gefällt, zuvor ging man noch von 27 Fällungen aus. Eine Stellungnahme des Bezirks lag zunächst nicht vor.

Die Initiative sammelte bis zum 24. März mehr als 4000 Unterschriften. Neben dem Erhalt der Bäume fordern die Unterzeichner einen Ausbaustopp und eine Neuplanung des Knotenpunkts Langenhorner Chaussee/ Stockflethweg, eine gerechte Aufteilung der Verkehrsflächen sowie eine Bürgerbeteiligung bei der Erstellung eines Gesamtkonzeptes, das unter anderem die direkte Anbindung von Auto Wichert an die Langenhorner Chaussee vorsieht und eine Verkehrsberuhigung der Wohnstraßen. Das Bezirksamt übernahm anschließend das Bürgerbegehren ungeprüft.