Installation

Die City Nord erstrahlt bis Sonntag in magischem Licht

Ein abendlicher Besuch in der City Nord ist derzeit besonders lohnenswert. Das Projekt licht_kunst_park 2.14 setzt die Hamburger Bürostadt und ihren Park noch bis Sonntagnacht spektakulär in Szene.

Winterhude. Wenn es in der Dunkelheit bunt glimmt und schimmert, ist das immer ein magischer Anblick. Ein abendlicher Besuch in der City Nord ist derzeit besonders lohnenswert. Dort setzt die Installation licht_kunst_park 2.14 die nachts sonst eher ungemütliche Bürostadt leuchtend in Szene – mit glühenden Häuserfassaden, farbig-strahlenden Installationen und buntem Widerschein in den Bäumen.

Jede Nacht von 21 bis 1 Uhr wird der Park zu einer Spielwiese der Künste. Ein illuminierter Lichtpfad beginnt im Norden an der U-Bahnstation Sengelmannstraße, verläuft in den Süden bis zum Jahnring und auch in den Osten der Bürostadt. Entlang der erleuchteten Wege und Gebäude befinden sich zehn Raum-Installationen, ein Projekt von Studierenden der HafenCity Universität.

Besondere kreative Elemente sind an den Häusern der Allianz, der Ergo und Vattenfall zu sehen. Bei der Ergo kann jeder sogar aktiv teilnehmen: Wer zeigen möchte, was Mut für einen selbst bedeutet, kann am Sonnabend ab 20.30 Uhr sein persönliches Mut-Statement auf das Versicherungs-Gebäude projizieren lassen.

Licht_kunst_park 2.14, das in der Nacht auf den 1. September endet, ist eine Hommage an den Stadtpark, der vor 100 Jahren eröffnet wurde. Er hat 1959 maßgeblich zur Entscheidung, in unmittelbarer Nachbarschaft eine „Bürostadt im Grünen“ zu gründen, beigetragen. Darüber hinaus feiert auch die City Nord zwei 50-jährige Jubiläen: 1964 wurde im Osten der heutigen Bürostadt der erste Grundstein gelegt; außerdem lobte die Stadt im gleichen Jahr den landschaftsarchitektonischen Wettbewerb für den City Nord Park aus. Er ist heute anerkanntes Denkmal und eine der letzten großen Parkanlagen der 70er-Jahre im Land.

Das Kunst-Projekt möchte sowohl auf die Bürostadt als auch auf ihren wenig bekannten Park aufmerksam machen. Veranstalter ist die IG City Nord, die es in Kooperation mit HafenCity-Universität, Hochschule für Musik und Theater, Lichtdesigner Andreas Boehlke und der Choreografin Laura Wittneben durchführt. Boehlke wurde bekannt als Initiator des Berliner „Festivals of Lights“, das mittlerweile jährlich mehr als eine Million Besucher anlockt.

Außer in mehreren deutschen Städten ist der gelernte Elektroinstallateur auch in Paris, Kairo, Turin, Budapest und London tätig. Für die IG City Nord arbeitet Boehlke bereits zum zweiten Mal. Auch ein Kreis ausgewählter Jugendlicher aus der Produktionsschule Steilshoop ist Teil des Installationsteams. Die Schüler gelten als schwierig zu beschulen und sollen durch das Praktikum neue Perspektiven finden.