Öffentlicher Nahverkehr

CDU kritisiert Busbeschleunigung als „völlig sinnlos“

Viele der geplanten Umbauarbeiten sind nach Ansicht der CDU nicht nötig. Der große Zeitverbrauch sei vor allem der Ampeltechnik und dem Fahrkartenverkauf geschuldet. Regionalausschuss berät über Baumaßnahmen am Mühlenkamp.

Winterhude. Das Busbeschleunigungsprogramm des Senats sei „völlig sinnlos“ und habe „auf eine Verbesserung der Busse so gut wie keinen Einfluss.“ Das behauptet der CDU-Verkehrsexperte Christoph Ploß.

Erst Ende der vergangenen Woche waren Daten von Planfahrten auf einzelnen Metrobuslinien bekannt geworden, die die Grundlage für die vom SPD-Senat vorgeschlagene Maßnahmen zur Busbeschleunigung bilden. Diese hat Ploß ausgewertet und sagt: „Die Hauptursache für langsamere Busse liegt in der Ampeltechnik. Der zweite große Zeitverbrauch liegt im Fahrkartenverkauf in den Bussen, insbesondere in Richtung Innenstadt“, sagt Ploß.

Nur bei einer der mehr als 40 Planfahrten der Metrobuslinie 25 sei es zu Behinderungen durch Abbieger gekommen, sagt der Christoph Ploß, Vize-Fraktionschef der CDU in der Bezirksversammlung Nord.

Die Busbeschleunigung, für die der Senat bis 2020 etwa 259 Millionen Euro ausgeben will, soll dafür sorgen, dass Busse im Stadtverkehr schneller vorankommen. Bis 2016 sollen zunächst neun Buslinien „optimiert“ werden, bis 2020 insgesamt 14 Linien. Dafür sind im gesamten Stadtgebiet viele Umbauten erforderlich, an denen sich viele Anwohner stören und schon Kritik äußerten.

Unterdessen muss der Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude der Bezirksversammlung Nord am Montag um 18 Uhr über die endgültigen Pläne zur Busbeschleunigung am Mühlenkamp entscheiden. Zu der öffentlichen Sitzung im Goldbekhaus am Moorfuhrtweg 9 werden mehrere Hundert Bürger erwartet, die von den Planungen betroffen sind.

Die Initiative „Unser Mühlenkamp“ wird einen Kompromissvorschlag auf die Tagesordnung bringen. Demnach sollen in einem mehrstufigen Verfahren zunächst die Maßnahmen umgesetzt werden, über die Einigkeit herrscht. Dazu gehören unter anderem die Schutzstreifen für Radfahrer und die Reduzierung des Zweite-Reihe-Parkens sowie Pläne für Verkehrsinseln auf dem Mühlenkamp. Das Abbiegen auf die Gertigstraße soll künftig nur noch vom Hofweg aus möglich sein – und das nur für Fahrzeuge unter 5,5 Tonnen.

Die Preystraße soll auf 50 Meter Länge in beide Richtungen geöffnet werden. Auf dem Mühlenkamp zwischen Gertigstraße und Poelchaukamp sind Verkehrsinseln geplant und die Bushaltestelle Gertigstraße soll um 20 Meter versetzt werden. Das lehnt die Initiative jedoch ab.

CDU-Verkehrsexperte Christoph Ploß kündigte an: „Die CDU-Fraktion wird bei der Abstimmung den Kompromissvorschlag der Initiative mittragen. Mit dem Vorschlag könnte auf die für das Mühlenkamp-Quartier so fatalen Umbaumaßnahmen verzichtet werden.“