Eppendorf

Neue Ideen für Bezirksamt Nord und Grundschule

In Eppendorf soll ein Planungsbeirat die Planungen für einen möglichen Neubau des Bezirksamts Nord und der sanierungsbedürftigen Ganztagsgrundschule St. Nikolai begleiten.

Eppendorf. In einem sind sich die Besucher in der Aula der Grundschule St. Nikolai wohl einig: So, wie die Situation an der Ganztagsschule an der Robert-Koch-Straße derzeit ist, kann sie nicht bleiben. Die Gebäude auf dem großzügigen Gelände mitten in Eppendorf sind stark sanierungsbedürftig, nicht überall behindertengerecht und außerdem in Anbetracht der ständig wachsenden Schülerzahlen schon zu klein. Auch das benachbarte Bezirksamt Nord an der Kümmellstraße ist in die Jahre gekommen und entspricht nach Angaben von Bezirksamtsleiter Harald Rösler (SPD) nicht mehr den modernen Anforderungen der Verwaltung.

Um Ideen für das gesamte Areal zwischen Lenhartzstraße, Kümmellstraße und Robert-Koch-Straße zu entwickeln, hat die Bezirksversammlung deshalb einen städtebaulichen Ideenwettbewerb beschlossen, bei dem es „keine Denkverbote" geben soll – auch ein Abriss des denkmalgeschützten Schul-Ensembles und des größtenteils denkmalgeschützten Bezirksamtes soll dabei nicht ausgeschlossen werden.

Zielvorgabe sind Pläne für einen Neubau des Bezirksamtes und der Schule, außerdem gilt es zu prüfen, ob man auf den Flächen neue Wohnungen bauen kann. „Für das Wettbewerbsverfahren wünschen wir uns eine enge Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aus dem Umfeld", sagte Rösler bei der Informationsveranstaltung des Bezirksamtes in der Aula der Schule, bei der es auch darum ging, per Losverfahren zwei Mitglieder aus der Bevölkerung in den 15-köpfigen Planungsbeirat zu berufen, der den Wettbewerb begleiten soll. Vertreter aus der Bezirksversammlung, aus Vereinen und der Kirche, aus Schule und Elternrat der Schule waren schon vorher bestimmt worden. Der Zeitplan ist ambitioniert – bereits im Februar oder März 2014 soll ein Preisgericht, zu dem auch Hamburgs Oberbaudirektor Jörn Walter gehören wird, über die Entwürfe befinden.

Das Bezirksamt, das noch bis 2026 einen Mietvertrag hat sowie eine Option auf zwei Verlängerungen von je fünf Jahren, sei nicht die treibende Kraft bei diesem Projekt, sagte Harald Rösler, er sei aber offen für neue Ideen. Am Ende könnte auch stehen, dass alles denkmalgerecht saniert werden. Der Bezirksamtsleiter betonte aber auch, „in der heutigen Zeit darf man sich solchen Verdichtungsmöglichkeiten nicht verschließen".

Das sehen die Eltern vieler Schüler, die um die großzügigen Freiflächen auf dem Schulhof fürchten, sowie etliche Anwohner in Eppendorf allerdings anders.

Eine Mutter verwies auf den Baumbestand, den es zu erhalten gelte, eine andere forderte, im Blick zu behalten, dass die Außenflächen enorm wichtig für die Schüler sind, die sich wegen des Ganztagsunterrichts bis spätnachmittags auf dem Gelände aufhalten. „Wir möchten gern mit Ihnen gemeinsam eine Lösung erarbeiten", warb Klaus G. Roelcke, Vorstand der German Real Estate AG, die das Grundstück mit dem Bezirksamt vor einigen Jahren im Höchstgebotsverfahren gekauft hat, bei Eltern und Anwohnern um Akzeptanz für das Vorhaben, Wohnungen zu bauen, das Areal „zu optimieren", traf aber auf hörbare Skepsis in der Aula.

Das Schulgelände gehört der Stadt, trotzdem sind die Beteiligten am Ideenwettbewerb aufgefordert, nicht nur für jedes Grundstück einzeln zu planen, sondern auch Lösungen für das gesamte etwa 25.000 Quadratmeter große Gelände zu finden. „Natürlich kann man die Grundstücke einzeln entwickeln, aber es macht wenig Sinn", sagte Hans-Peter Boltres, Leiter des Fachamts Stadt- und Landschaftsplanung im Bezirk Nord. Denkbar wäre daher auch, dass die Grundstücksgrenzen bei Bedarf verändert werden.

Die Zeit drängt deshalb, weil die Schule dringend eine Entscheidung braucht, wie es weitergehen soll. Derzeit besuchen 250 Kinder die Ganztagsgrundschule, künftig soll es Platz für 350 Schüler geben. Sollte es am Ende doch nur auf eine Sanierung sowie Erweiterung hinauslaufen, für die Schulbau Hamburg bereits neun Millionen Euro bereitgestellt hat, dann sollten diese rasch beginnen. Carl Schwarz, Mitglied im Elternrat von St. Nikolai, sagte, dies sei auch die Lösung, die der Elternrat präferierte. Schwarz wird den Ideenwettbewerb intensiv begleiten – er ist Mitglied im Planungsbeirat.