Busbeschleunigung

Bezirks-Idee: Gertigstraße soll Einbahnstraße werden

Im Bereich Mühlenkamp, Poelchaukamp und Gertigstraße wird eine neue Verkehrsführung geplant. Auch die Papenhuder Straße ist betroffen.

Hamburg. In Winterhude und auf der Uhlenhorst bahnen sich drastische Veränderungen im Straßenverkehr an. Im Zuge der vom Senat beschlossenen Busbeschleunigung prüft der Bezirk, die Gertigstraße zu einer Einbahnstraße in Richtung Mühlenkamp umzufunktionieren. Das geht aus der Antwort auf eine Anfrage der CDU im Bezirk Nord hervor. Gleichzeitig würde das Linksabbiegen vom Mühlenkamp in die Gertigstraße verboten, um Rückstaus bis zum Poelchaukamp zu vermeiden. Dadurch solle der Verkehrsfluss zwischen den Knotenpunkten Gertigstraße und Poelchaukamp insgesamt verbessert werden. Bereits beschlossene Sache ist die Einrichtung einer Tempo-30-Zone in der Gertigstraße.

Auch die Papenhuder Straße könnte von drastischen Umbaumaßnahmen betroffen sein. Der Bezirk prüft hier, nur noch Längsparkplätze einzurichten - 22 Plätze würden damit wegfallen. Auch ein Busfahrstreifen in der Mitte, als zusätzliche dritte Fahrspur, wird als Variante gehandelt, ebenso wie ein Umbau der Radwege links und rechts. Auf dem Prüfstand steht zudem der Taxistand auf der Nordwestseite der Papenhuder Straße sowie die Ampeln an der Kreuzung Hofweg/Uhlenhorster Weg.

Ziel des vom Senat aufgelegten Busbeschleunigungsprogramms ist die Schaffung zusätzlicher Fahrgastkapazitäten auf den wichtigsten Metrobuslinien Hamburgs. Dieses Ziel soll durch eine konsequente Bevorzugung an Ampeln, die Einrichtung von Bussonderfahrspuren und den Umbau von Haltestellen erreicht werden.

Kritik zu den Plänen kommt vom verkehrspolitischen Sprecher der CDU-Bezirksfraktion, Christoph Ploß: „Das Busbeschleunigungsprogramm ist verkehrspolitisch der vollkommen falsche Ansatz. 259 Millionen Euro Kosten, massive Eingriffe in den Straßenraum und der Wegfall von Parkplätzen sind ein zu hoher Preis dafür, dass Busse ein paar Minuten schneller ans Ziel kommen. Wichtiger wäre es, neue Kapazitäten im öffentlichen Nahverkehr zu schaffen – aber das ist leider nicht das Ziel des Busbeschleunigungsprogramms und des SPD-Senats“.

Aktuelle Baustellen des Busbeschleunigungsprogramms

Derzeit wird für die Busbeschleunigung an der Gärtnerstraße, der Hoheluft und der Staatsbibliothek gebaut. An der Hoheluftchaussee zwischen Martinistraße und Gärtnerstraße wird seit dem 19. Oktober eine neue, gemeinsame Bushaltestelle für die Metrobus-Linien 5, 20 und 25 geschaffen. Damit soll der Umstieg für die Fahrgäste schneller und komfortabler werden.

Zusätzlich erhalten die Ampeln im Kreuzungsbereich Hoheluftchaussee/Gärtnerstraße/Breitenfelder Straße die erforderliche technische Ausrüstung, damit Busse künftig bevorzugt Grün haben.

Bis zur Winterpause wird an den stadteinwärts führenden Fahrstreifen der Hoheluftchaussee gearbeitet und die neue Haltestelle errichtet. In beiden Fahrtrichtungen bleiben zwei Fahrstreifen befahrbar. Die Abbiegemöglichkeiten an der Kreuzung Hoheluftchaussee/Gärtnerstraße/Breitenfelder Straße bleiben weitgehend erhalten. Lediglich das Linksabbiegen aus der Hoheluftchaussee in die Breitenfelder Straße ist nicht möglich. Dieser Verkehr wird in die Martinistraße umgeleitet.

In der Winterpause wird in den stadtauswärts führenden Fahrstreifen eine Wasserleitung der Hamburger Wasserwerke erneuert. Im Anschluss werden die Fahrstreifen grundinstandgesetzt. Spätestens im Juni 2013 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Seit Ende September laufen außerdem die Bauarbeiten an der Bushaltestelle Universität/Staatsbibliothek der Linie 5. Insgesamt sind bis 2020 rund 250 Baustellen vorgesehen, die die Behörde in 50 "Arbeitspakete" unterteilen will - die zeitversetzt beginnen.