Verkehr in Hamburg

Große Koalition hat ein Herz für Radler an der Sierichstraße

Marode Radwege, schwierige Streckenführung: SPD, CDU und FDP im Regionalausschuss wollen Lage für Radler verbessern. Prüfauftrag an Behörden.

Hamburg. Radfahrer an der Sierichstraße haben es nicht leicht. Seit einem Beschluss im Juli vergangenen Jahres müssen die Radler in Teilbereichen runter vom Gehweg und rauf auf die Straße – und dürfen seitdem nur entsprechend des dort jeweils herrschenden Richtungsverkehrs fahren. In anderen Bereichen der etwa zwei Kilometer langen Verbindungsstraße zwischen Winterhude und St. Georg sind zwar Radwege vorhanden, diese sind aber nicht gerade gut in Schuss. Nun möchten Politiker von CDU, SPD und FDP die Radfahrsituation vor Ort von den Behörden prüfen lassen und haben das Thema zum Tagesordnungspunkt für den am 18. Juni stattfindenden Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude gemacht - eine große Koalition für die Radfahrer im SPD-regierten Bezirk Nord.

"Die Radwege an der Sierichstraße zwischen Hudtwalckerstraße und Rondeel sind in einem katastrophalem Zustand", sagt Christoph Ploß von der CDU-Fraktion Eppendorf. "Wir fordern Mittel für die Instandhaltung von der Stadt". Auch mit der neu eingeführten Regelung zwischen Rondeel und Fernsicht, wo die Radler nun immer entsprechend der jeweiligen Fahrtrichtung auf der Straße fahren müssen, sei man nicht zufrieden. Der CDU-Politiker möchte die Neuregelung daher am liebsten wieder abschaffen lassen und auf die Zeit vor Juli 2011 zurückstellen.

+++Sierichstraße: Ein Abenteuer für Fahrradfahrer+++

Die Eppendorfer SPD hingegen hat noch einen ganz anderen Vorschlag für das Radverkehrsproblem an der Sierichstraße parat: "Wir möchten prüfen lassen, ob nicht gleich ein Radfahrstreifen auf der Straße möglich wäre. Radler müssen durch die Richtungsstraßenregelung zum Teil große Umwege fahren. Wir finden, sie sollten zu jeder Zeit in beiden Richtungen fahren dürfen", sagt Sprecher Thomas Domres. Allerdings, so gibt der SPD-Politiker zu bedenken, würden dann Parkplätze entfallen. "Darüber müsste man natürlich mit den Anwohnern sprechen".

Ob sich irgendeine der Initiativen für die Radfahrer an der Sierichstraße in naher Zukunft durchsetzen kann, bleibt fraglich. Auf eine kleine Anfrage des CDU-Abgeordneten Andreas C. Wankum im Mai antwortete die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation wie folgt: "Angesichts der realen und potenziellen Verkehrsbedeutung der Sierichstraße im Fahrradverkehr haben Verbesserungen an der Sierichstraße eine etwas geringere Priorität als zahlreiche andere Abschnitte im Hauptverkehrsstraßennetz. Hinzu kommt, dass aufgrund der tageszeitlich wechselnden Einbahnführung kaum realisierbare Lösungsmöglichkeiten bestehen." (hue)