HVV

Mönckebergstraße wieder für Busse frei – das ändert sich

| Lesedauer: 4 Minuten
Ulrich Gaßdorf
Die Busse sind zurück auf der Mönckebergstraße.

Die Busse sind zurück auf der Mönckebergstraße.

Foto: Roland Magunia

Die Einkaufsmeile war wegen Bauarbeiten gesperrt – viele hatten sich an die Verkehrsberuhigung gewöhnt. Wie es weitergeht.

Hamburg. Es ist ein ungewohntes Bild. Viele Hamburger und Touristen hatten sich schon daran gewöhnt, dass die Mönckebergstraße verkehrsberuhigt war. Denn seit Anfang März war die Flaniermeile in Höhe des Levantehauses, wo die U 3-Haltestelle barrierefrei ausgebaut wird, gesperrt. Nur Fußgänger konnten hier noch auf den Gehwegen an der Baustelle entlang passieren. Taxis und Busse, die über die Steinstraße umgeleitet wurden, durften nicht mehr auf der Einkaufsstraße fahren.

Doch seit Mittwoch hat sich dieses Bild wieder geändert. Der Baustellenbereich wurde verkleinert und es steht eine Fahrspur im Blockverkehr zur Verfügung: Jetzt sind die Busse zurück – aber deutlich weniger als vor der Sperrung. Früher sind rund 1000 Busse täglich durch Hamburgs berühmteste Einkaufsstraße gefahren – die Busdichte hatte immer wieder zu Diskussionen geführt – nun sind es noch rund 500 Busse.

HVV: In der Mönckebergstraße fahren wieder Busse

Künftig fahren über die Mönckebergstraße wieder die Metrobuslinien 3, 5 und 19 sowie die Schnellbuslinien 31 und 37. Auch die 600er-Nachtbuslinien verkehren dort wieder. Über die Steinstraße fahren weitere rund 500 Busse, der Metrobuslinien 6, 16 und 17 sowie die Xpress-Buslinie X 35. „Wir sorgen mit dieser Lösung für eine komfortable Anbindung des Kontorhausviertels und gleichzeitig für eine Entzerrung des Busverkehrs in der Mönckebergstraße“, sagte Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum dem Abendblatt.

Unterdessen hätte Citymanagerin Brigitte Engler gerne noch länger eine verkehrsberuhigte Zone gehabt. „Das City Management hat sich sehr dafür eingesetzt, dass die Mönckebergstraße mindestens während der Weihnachtszeit noch verkehrsfrei ist. Dieses hätte aus unserer Sicht erlaubt, dass einige Stände der Weihnachtsmärkte in der Mö hätten aufgebaut werden können.“ Doch Engler schaut auch in die Zukunft. „Wir begrüßen aber sehr, dass die Behörde einen Prozess für die Neugestaltung der Mönckebergstraße anstrebt, an dessen Ende auch ein verkehrsfreier Raum stehen kann.“

Tjarks: „Verlegung aller Busverkehre hat gut funktioniert“

Das stimmt. Denn die Verkehrsbehörde beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft der Mönckebergstraße. Wie berichtet, sagte Senator Anjes Tjarks (Grüne). „Wir sind von der Bürgerschaft beauftragt worden, eine temporäre und ergebnisoffene Verlegung der Busse aus der Mönckeberg- in die Steinstraße vorzunehmen. Diese Maßnahme werden wir aus den unterschiedlichen Perspektiven umfangreich evaluieren. Diese Evaluation findet laufend statt und wird wahrscheinlich im Sommer 2022 endgültig vorliegen. Aus busbetrieblicher Perspektive kann man aber festhalten, dass auch die Verlegung aller Busverkehre in die Steinstraße bisher gut funktioniert hat.“

Durch den Neubau der Fußgängeraufgänge an der Steintorbrücke werde aufgrund der damit zu erwarteten Fußgängerströme von der Steintorbrücke zur Mönckebergstraße eine Veränderung des Knotens und der damit verbundenen Buslinienführung nötig, so der Verkehrssenator weiter.

HVV: Ende 2022 steht fest, wie die „Mö“ der Zukunft aussieht

Deshalb kehren jetzt auch die wieder Busse auf die „Mö“ zurück. Eine langfristige Perspektive für die Mönckebergstraße und ob die Busse dort vielleicht künftig gar nicht mehr fahren, soll Ende 2022 fest stehen.

Unterdessen „befindet sich der barrierefreie Ausbau der U-Bahn-Haltestelle Mönckebergstraße auf der Zielgeraden“, sagte Hochbahn-Projektleiter Thorge Reinke bei einem Baustellentermin. Die Station erhält zwei Aufzüge und zwei neue Zugänge. Außerdem wird die gesamte Haltestelle kernsaniert und mit acht neuen Technikräumen ausgestattet. Im Mai soll diese dann von wieder von den Fahrgästen genutzt werden können. Bereits ab dem 28. März 2022 sollen hier wieder U-Bahnen durchfahren.

Wie berichtet, ist bereits seit dem Februar 2021 die Strecke zwischen dem Baumwall und dem Hauptbahnhof gesperrt. Dort werden im Zuge des „Gesamtprojekts U 3 Innenstadt“ rund 86 Millionen Euro in verschiedene Bauprojekte – inklusive 26 Millionen Euro für den barrierefreien Ausbau der Haltestellen Rathaus und Mönckebergstraße – zur Kernsanierung, Instandsetzung und Modernisierung entlang der U3-Linie investiert.