Hamburg. Wo früher Anker und Schiffe tätowiert wurden, bringt Ernst Günter Götz heute auch das Hamburger Konzerthaus auf die Haut.

Das gleichmäßige Brummen könnte von einem Zahnarztbohrer stammen. Ganz so anders als eine Praxis sieht das Studio, in dem Ernst Günter Götz seine „Schmerzpatienten“ begrüßt, auch gar nicht aus: zwei Liegen, Drehstühle und ein Empfangstisch, hinten ein kleiner Wartebereich. Doch Götz trägt nicht Kittel und Mundschutz, sondern ein schwarzes Kurzarmhemd. Wo er tagsüber arbeitet, tobt nachts das Kiezleben. Seine Adresse ist der Hamburger Berg 8 auf St. Pauli. Und seine Kunden haben keine Zahnschmerzen, sondern Lust darauf, ihrem Körper eine individuelle Handschrift zu geben: sie wollen Tattoos.