Hamburg

Luftfahrtforscher ziehen im Januar nach Finkenwerder

Der Geschäftsführer des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung, Roland Gerhards

Der Geschäftsführer des Zentrums für Angewandte Luftfahrtforschung, Roland Gerhards

Foto: Andreas Laible / HA / A.Laible

82,4-Millionen-Euro-Projekt biegt auf die Zielgerade ein: Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung soll Ende des Jahres fertig sein.

Hamburg.  Ein Großprojekt der Hamburger Wirtschaft biegt auf die Zielgerade ein. Das Zentrum für Angewandte Luftfahrtforschung (ZAL) soll wie zuletzt vorgesehen Ende des Jahres fertiggestellt sein. Zu Silvester werde der Generalunternehmer Ed. Züblin wie vertraglich vereinbart den Schlüssel an ZAL-Geschäftsführer Roland Gerhards übergeben, teilte das Unternehmen mit. Die gut 20 Beschäftigten des ZAL sollen am 4. Januar 2016 vom bisherigen Sitz am Flughafen nach Finkenwerder an den Hein-Saß-Weg ziehen. „Wir freuen uns, dass auch in der heißen Phase des Baus alles nach Plan verläuft“, sagte Gerhards.

Bei dem 82,4-Millionen-Euro-Projekt laufen den Dezember über die finalen Arbeiten. Im Inneren der u-förmig angeordneten Anlage mit 26.000 Qua­dratmeter Nutzfläche schwingen derzeit Maler die Pinsel, die Kantine erhält Küchengeräte, Tische und Stühle, und das Foyer wird fertiggestellt. In den bis zu 22 Meter hohen Hallen gibt es Kräne und Hebeanlagen, damit die schweren Flugzeugteile bewegt werden können.

Diese werden jetzt von Prüfern ebenso auf die Sicherheit untersucht wie die Gerüststrukturen, in die Rumpfsegmente eingehängt werden, um Kabinentests zu machen. Auch das Akustiklabor müssen die Prüfer noch abnehmen. In ihm soll ein Flugzeugheck stehen und einen Schalldruck von 140 Dezibel erzeugen – die Schmerzgrenze liegt bei 120 Dezibel. Das ermöglicht Tests, die sonst nur im Flugbetrieb möglich wären. Ein Highlight steht noch vor dem Einbau. In den nächsten Tagen muss noch die Virtual-Reality-Scheibe montiert werden. Auf dem 6,5 mal vier Meter großen Bildschirm sollen mithilfe von 3-D-Brille und Datenhandschuhen Konstruktionszeichnungen zum Leben erweckt werden.

Im ersten Quartal 2016 sollen die ersten zehn Mieter einziehen, darunter befinden sich neben der ZAL GmbH der Flugzeugbauer Airbus, der Wartungsspezialist Lufthansa Technik, Zulieferer wie Diehl und Zodiac sowie Wissenschaftler der Technischen Universität Harburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften. Im Herbst 2016 sollen dann insgesamt rund 25 Firmen mit rund 600 Beschäftigten in dem Gebäude forschen.

Nach der ursprünglichen Planung hätte das Zentrum schon 2013 fertig sein sollen. Allerdings kam es zu einem Streit zwischen dem privaten Investor und den Initiatoren des ZAL. Die Stadt sprang bei der Finanzierung ein. Die Baukosten sollen langfristig durch die Mieteinnahmen refinanziert werden, hieß es damals.