Café

Die Rösterei muss das Levantehaus verlassen

Nach dem Auszug der Rösterei soll offenbar ein neues Gastronomiekonzept in dem Haus etabliert werden. Der Eigentümer Ulli Marsau hat einen Schutzantrag gegen die Räumung gestellt.

Hamburg. Seinen 50 Mitarbeitern musste er vorsorglich kündigen. Sie arbeiten zwar noch bei ihm, könnten aber jeden Tag nach Hause geschickt werden. „Nach 17 Jahren im Levantehaus muss ich mein Café schließen“, sagt Ulli Marsau, Eigentümer des Caféhauses Die Rösterei in der Einkaufspassage. Eigentlich wollte er weiterhin in dem Gebäude bleiben, doch die Eigentümer der Immobilie, die Familie Bach, haben andere Pläne. Sie schickten ihm bereits die Kündigung. Nach dem Auszug der Rösterei soll offenbar ein neues Gastronomiekonzept in dem Haus etabliert werden. Marsau: „Nach Aussage des Vermieters passt unser Konzept nicht mehr in das Levantehaus.“ Familie Bach äußerte sich auf Abendblatt-Anfrage nicht.

Vorausgegangen war ein Disput über Renovierungsarbeiten in dem Gebäude, in dem Marsau seine Rösterei auf rund 300 Quadratmetern Fläche betreibt. Levantehaus-Miteigentümerin Claudia Bach hatte zuvor den Unternehmer gebeten, bis zum 30. August 2013 einen Teil seines Geschäfts umzubauen. Den Termin hat Marsau verstreichen lassen. Versehentlich, sagt er. „Am 3. September 2013 bekam ich wegen der verschleppten Renovierung die Kündigung“, so Marsau. Der Unternehmer zog vor Gericht, den ersten Prozess verlor er. Jetzt soll er am 10.Dezember, also mitten im Weihnachtsgeschäft, seine Fläche an die Eigentümer übergeben. Marsau hat daraufhin einen sogenannten Schutzantrag gegen die Räumung gestellt. Im Erfolgsfall könnte er länger im Levantehaus bleiben. Er könne frühestens im Mai gehen, sagt er. Dann hofft er, ins Chilehaus zu ziehen. „Dort planen wir bereits mit den Architekten“, sagt Marsau, der nach eigenen Angaben erst vor zwei Jahren eine neue, 120.000 Euro teure Küche im Levantehaus eingebaut hatte.