Herbstempfang der FDP-Fraktion

Katja Suding: „Haben es selbst zu verantworten“

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Mehr als 500 Gäste waren in den Großen Festsaal des Hamburger Rathauses gekommen. Die Bürgerschafts-Fraktionschefin redete Klartext.

Hamburg. FDP-Bürgerschafts-Fraktionschefin Katja Suding redete nicht lange herum, sondern steuerte direkt auf das Thema zu, das alle Diskussionen der Liberalen derzeit beherrscht. „Für unser schlechtes Abschneiden bei der Bundestagswahl gibt es nur eine Erklärung: Wir haben es selbst zu verantworten“, sagte Suding beim dritten Herbstempfang der FDP-Fraktion, zu dem gestern Abend mehr als 500 Gäste in den Großen Festsaal des Hamburger Rathauses gekommen waren.

Die Liberalen sollten die Schuld für das Ausscheiden aus dem Bundestag „nicht bei der taktisch agierenden Kanzlerin suchen" und keine Legendenbildung betreiben. „Der 22. September ist ein historischer Einschnitt, aber nicht das Ende unserer Arbeit“, sagte Suding unter dem Beifall der Zuhörer. „Die FDP hat schon häufiger ein Comeback geschafft.“

Heftig attackierte die Fraktionschefin die Politik des SPD-geführten Senats im Rathaus. „Der Staat führt sich als Unternehmer auf“, sagte Suding und erinnerte an das Engagement der Stadt bei der Traditionsreederei Hapag-Lloyd und der HSH Nordbank, die die FDP am liebsten abwickeln will. „Hamburg braucht einen Mahner, der im Interesse unserer Kinder auf einen sorgsamen Umgang mit dem Geld der Stadt drängt. Dieser Mahner ist die FDP.“

Dass es mit dem liberalen Selbstbewusstsein derzeit nicht weit her ist, zeigte eine Bemerkung des FDP-Europaabgeordneten Alexander Graf Lambsdorff. „Dass die FDP einen so großen Saal wie diesen füllen kann, das ist herzerwärmend“, sagte Lambsdorff zu Beginn seiner Rede und nahm sich dann gleich den politischen Gegner vor.

„Wenn ich nach Berlin blicke, mache ich mir Sorgen um die wirtschaftliche Situation in Deutschland“, sagte der Liberale zu den Koalitionsverhandlungen zwischen Union und SPD. „Es sieht so aus, als ob die SPD die Bundestagswahlen gewonnen hätte“, so Lambsdorff. „Das wird nicht nur eine Große, sondern auch eine teure Koalition.“ Lambsdorff forderte ein wirtschaftlich starkes Deutschland, das Motor für die Entwicklung in Europa bleibe.

Die FDP müsse in Europa „Mund aufmachen gegen Unfreiheit“ und sich für einen verbesserten Datenschutz einsetzen.

( (pum) )