Hamburg

Scholz fordert Freiheit für Greenpeace-Aktivisten

Anlässlich der Einweihung der neuen Greenpeace-Zentrale würdigte Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) das Engagement der Umweltschützer. Eine Dauerausstellung soll zukünftig über die Arbeit der Organisation informieren.

HafenCity. Am Donnerstagnachmittag wurde die neue Zentrale von Greenpeace in der HafenCity offiziell eingeweiht. Besonders stolz ist man bei den Umweltschützern auf die Klimafreundlichkeit des neuen Gebäudes. „Es entspricht den neuesten Klimaschutzstandards und ist daher auch als einziges Haus von der Fernwärmeanschlusspflicht befreit, die sonst in der HafenCity gilt“, sagte Susanne Grabler von Greenpeace Energy.

Der Strom für die Wärmepumpe im Haus wird durch drei große Windanlagen und eine 450 Quadratmeter große Fotovoltaikanlage auf dem Dach des Gebäudes gewonnen. An sehr kalten Wintertagen könne außerdem mit einer Holzpelletanlage zugeheizt werden.

Über der Feierlichkeit hänge jedoch eine dunkle Wolke, sagte Greenpeace-Geschäftsführerin Brigitte Behrens. Am 18. September hatten russische Behörden das Greenpeace-Schiff „Arctic Sunrise“ beschlagnahmt. 28 Umweltschützer und 2 Journalisten an Bord wurden festgenommen. Daher nutzte die Geschäftsführerin die Gelegenheit, an alle Gäste zu appellieren, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten für deren Freilassung zu engagieren.

Auch Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) sprach sich für die Freilassung der in Russland inhaftierten Aktivisten aus. „Die Männer und Frauen hatten nichts Böses vor. Sie haben friedlichen Protest ausgedrückt“, sagte Scholz. „Ich hoffe sehr, dass es gelingen wird, einen guten Ausweg zu finden.“ Greenpeace sei eine wichtige Organisation und habe mit der neuen umweltfreundlichen Zentrale gezeigt, wie aktiver Umweltschutz gehe. Dies könnten die Besucher nun auch täglich erleben.

Neben den Büros der Greenpeace-Mitarbeiter beheimatet die neue Zentrale erstmals auch eine Dauerausstellung, die über die Arbeit von Greenpeace informiert. Neben einigen Originalbannern, die von den Erfolgen der Organisation erzählen, können die Besucher erfahren, wie sich Natur anhört, anfühlt und riecht. Darüber hinaus lenkt die Ausstellung den Blick der Besucher auf die Zerstörung von Umwelt und Natur und zeigt auf, was Greenpeace dagegen unternimmt. Wie viel Holz wird eigentlich für ein Stück Seife abgeholzt? Und wie kann man die Fischerei nachhaltiger gestalten?

Die kostenlose Ausstellung in der Hongkongstraße 10 ist von Montag bis Freitag von neun bis 17 Uhr geöffnet.