Internationale Gartenschau

BUND fordert Naturschutz-Bilanz - „viele Fragen offen“

Nur mit einer solchen Bilanz könne nachvollzogen werden, ob die Eingriffe in das Gelände vollständig ausgeglichen worden. Mehr als 5000 Bäume wurden für die Gartenschau gefällt.

Hamburg. Kurz vor dem Ende der Internationalen Gartenschau (igs) fordert der BUND, die Naturschutz-Bilanz der von Gartenschau und Bauausstellung offenzulegen. „Die Umweltbehörde und der Bezirk Mitte haben sich zu zahlreichen Ausgleichsmaßnahmen verpflichtet“, so Landesgeschäftsführer Manfred Braasch. „Um nachvollziehen zu können, ob dieses komplizierte Geflecht an Maßnahmen eingehalten worden ist, müssen die Daten offengelegt werden.“

Dabei geht es zum Beispiel um den Ausgleich temporärer Stellplatzflächen, wie an der Dratelnstraße, und darum, wie viele Bäume nachgepflanzt werden. „Es ist viel Natur zerstört worden und mehr als 5.000 Bäume mussten weichen. Zukünftige Gartenschauen gehen hoffentlich anders mit den vorhandenen Räumen um. Und für den neuen Inselpark müsse gelten: Ausreichend Finanzmittel für Pflege und Entwicklung, sonst wird die Igs nicht nur wegen des Besucherdefizits in schlechter Erinnerung bleiben“, so Landesgeschäftsführer Manfred Braasch.

Defizitärste Gartenschau seit Jahrzehnten

Die Internationale Gartenschau ist eine der größten und teuersten Ausstellungen, die es je in der Hansestadt gab – und eine der defizitärsten Gartenschauen der letzten Jahrzehnte. Insgesamt 120 Millionen Euro kostete die Umgestaltung der 100 Hektar großen Brach- und Grünfläche auf der Elbinsel Wilhelmsburg. 2,5 Millionen Besucher sollten, so die Prognosen, für die Refinanzierung sorgen. Doch daraus wurde nichts. Tatsächlich kamen nur 1,2 Millionen Menschen. Somit bleibt die Betreibergesellschaft der igs Hamburg, eine Tochtergesellschaft der Stadt, auf 25 Millionen Euro sitzen. Die Rechnung geht an den Steuerzahler.