Hamburg-Mitte

Sanierung der Englischen Kirche hat begonnen

Die Fassade und das Mauerwerk der Englischen Kirche, die am Hamburger Zeughausmarkt zwischen Michel und Reeperbahn liegt, werden für rund 150.000 Euro erneuert.

Hamburg. Am Hamburger Zeughausmarkt zwischen Michel und Reeperbahn hat am Montag die Sanierung der Englischen Kirche begonnen. Für 150.000 Euro werden die Fassade und das Mauerwerk erneuert. Über dem Säulen-Eingang des neo-klassizistischen Baus soll künftig „Englische Kirche“ zu lesen sein. Viele Hamburger wüssten gar nicht, dass das Gebäude eine Kirche sei, sagte Gemeindepastor Matthew Jones beim Auftakt. Die Anglikanische Gemeinde feierte im vorigen Jahr ihr 400-jähriges Bestehen. Sie war die erste nicht-evangelische Gemeinde, die sich nach der Reformation in Hamburg gründen durfte.

Handwerker begannen am Montag die Kirche einzurüsten. Bis August sollen die Außenarbeiten beendet sein. Die Hälfte der Kosten steuert die Hermann Reemtsma Stiftung bei. 60.000 Euro kamen durch ein Benefiz-Konzert des britischen Honorarkonsuls Claus-Günther Budelmann zusammen. Die Gemeindearbeit wird allein über Spenden finanziert.

Gegründet wurde die Gemeinde 1612 von englischen Tuchhändlern. Damit durften die Anglikaner lange vor Katholiken und Reformierten in Hamburg Gottesdienste feiern. Der heutige Kirchenbau wurde 1838 eingeweiht. Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche weitgehend zerstört. Nach dem Krieg bauten britische Soldaten sie wieder auf. Seitdem ist sie Thomas Becket (1118-1170), dem Erzbischof von Canterbury, gewidmet. Zur Gemeinde zählen heute rund 120 Mitglieder. Über ein Drittel stammt aus Afrika, ein weiteres Drittel aus England und andere aus Indien und den USA.