Anglikanische Kirche Hamburg

400-Jahr-Feier mit Stargeiger Daniel Hope

Festwochenende am 17. und 18. Februar mit einem Benefizkonzert des Stargeigers Daniel Hope und einem großen Gottesdienst.

Hamburg. Dass Hamburger einen besonderen Hang zum Anglophilen haben, ist bekannt. Dass hier jedoch die wohl erste anglikanische Kirche auf europäischem Festland gegründet wurde, ist dagegen weitgehend unbekannt. 1612 bekamen die Merchant Adventurers, eine Gilde einflussreicher Tuchhändler, die Erlaubnis des Senats, Gottesdienste auf Englisch und nach eigenem - nicht lutherischem - Ritus der Church of England abzuhalten. "Das war revolutionär, eine für die damalige Zeit beispiellose Glaubensfreiheit", sagt Reverend Matthew Jones, Pfarrer der St.-Thomas-Becket-Kirche am Zeughausmarkt.

Und es ist 400 Jahre später ein Grund zum Feiern. Unter dem Motto "Extending a Welcome" (Das Willkommen ausweiten) begeht die Gemeinde das Jubiläum in den nächsten Monaten mit Musik, Vorträgen und zahlreichen Veranstaltungen. Höhepunkt ist das Festwochenende am 17. und 18. Februar unter anderem mit einem Benefizkonzert des Stargeigers Daniel Hope und einem großen Gottesdienst.

"Wir sind heute eine internationale Kirche", sagt Kaplan Jones, der erst im September aus dem australischen Ipswich nach Hamburg wechselte. Nur noch ein Drittel der 120 festen Gemeindeglieder seien Engländer, die anderen kommen zumeist aus afrikanischen Ländern, aber auch aus Kanada, Irland oder Indien. Insgesamt 15 Nationalitäten, auch Deutsche, gehören dazu. Jeden Sonntag um 10.30 Uhr ist Gottesdienst, natürlich auf Englisch. Es gibt verschiedene Gruppen, wie die Familien-Hilfsorganisation Mothers' Union, die Church Wanderer und einen großen Chor. "Wir haben den Anspruch, der Mittelpunkt der englischsprachigen Community in Hamburg zu sein", sagt Deborah Ockert, Amerikanerin mit deutschem Mann und seit Langem im Kirchenvorstand aktiv. "Aber in den letzten Jahren ist das Gemeindeleben etwas eingeschlafen."

Das soll sich ändern. Das Gotteshaus am Zeughausmarkt, ein neoklassizistischer Saalbau des dänischen Architekten Ole Jörgen Schmidt, steht Besuchern offen. Vor allem der Altarraum mit einer Kopie von Raffaels Sixtinischer Madonna ist sehenswert. Infos: stbecket400.de