St. Pauli

Streit um Esso-Häuser: "Auswärts-Demo" in München

Mit Bagger und Abrissbirne laufen Hamburger Aktivisten zur symbolischen Abrissparty vor dem Sitz der Bayerischen Hausbau in München auf.

München. Mit einer „Abriss-Party“ vor dem Sitz der Bayerischen Hausbau GmbH & Co. KG in München demonstrieren Aktivisten aus Hamburg für den Erhalt der Esso-Häuser am Spielbudenplatz auf St. Pauli. Ausgerüstet mit symbolischen Maschinen wie Bagger und Abrissbirne versammeln sich Mitglieder der „Initiative Esso-Häuser“ aus St. Pauli und des Hamburger Bündnisses „Mietenwahnsinn stoppen“ am späten Nachmittag vor dem Geschäftsgebäude der Bayerischen Hausbau an der Denninger Straße in der bayerischen Landeshauptstadt. Dort wollen sie der Gesellschaft, die die Esso-Häuser abreißen lassen will, ihrerseits sinnbildlich mit dem Abriss der Geschäftszentrale drohen. An der Aktion beteiligen sich auch Stadtteilgruppen aus München und Fans des FC St. Pauli, die ihren Verein zum Auswärtsspiel gegen den TSV 1860 München heute Abend begleiten.

Mit der Demonstration treten die Aktivisten nicht nur für den Erhalt und die Sanierung der Esso-Häuser ein, sie fordern auch unbefristete Mietverträge für alle Bewohner. Zwar hat die Bayerische Hausbau angekündigt, dass die Mieter nach dem Neubau zu gleichen Bruttomietpreisen wieder einziehen könnten. Diesem Versprechen stehen die Initiativenmitglieder allerdings skeptisch gegenüber.

Die nach der nahegelegenen Esso-Tankstelle benannten Häuser am Hamburger Spielbudenplatz sind schon lange ein Streitthema : Seit die Bayerische Hausbau GmbH & Co. KG die Gebäude im Mai 2009 gekauft und ihre Abrisspläne geäußert hat, schwelt der Streit zwischen Eigentümer auf der einen und Mietern und Initiativen-Mitgliedern auf der anderen Seite. Die Bayerische Hausbau will das Ensemble durch einen Neubau mit Wohnungen und Gewerbeflächen ersetzen. Mieter und Initiativen-Mitglieder sind gegen diese Pläne. Sie fordern anstelle des Abrisses eine Sanierung der Häuser.

Bei mehreren Runden Tischen wurde im Beisein von Schlichtern und Lokalpolitikern versucht, einen Kompromiss mit der Bayerischen Hausbau auszuhandeln. Anfang Februar 2011 hatte die Münchner Gesellschaft den Dialog mit den Mitgliedern der "Initiative Esso-Häuser" dann aber für beendet erklärt und den Abriss der Gebäude bekräftigt. Für die Aufkündigung des Dialogs mit den Bürgern war die Gesellschaft aus der Politik kritisiert worden.

Trotz der Ankündigung der Bayerischen Hausbau sind die Mitglieder der "Initiative Esso-Häuser" zuversichtlich, den Abriss noch verhindern zu können: "Noch ist nichts entschieden", sagte Initiativen-Mitglied Jonas Seydel vor der Demonstration in München.