Hamburg

Polizei fahndet erneut mit Foto nach G20-Randalierer

Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels im Juli 2017 im Schanzenviertel: Jetzt sucht die Polizei einen Mann, der Polizisten mit Flaschen- und Steinwürfen attackiert haben soll.

Ausschreitungen am Rande des G20-Gipfels im Juli 2017 im Schanzenviertel: Jetzt sucht die Polizei einen Mann, der Polizisten mit Flaschen- und Steinwürfen attackiert haben soll.

Foto: dpa

Mann soll während der Ausschreitungen im Schanzenviertel zum G20-Gipfel Polizisten mit Flaschen- und Steinwürfen attackiert haben.

Hamburg. Die Hamburger Polizei fahndet mit einem Foto nach einem Mann, der während der Ausschreitungen rund um den G20-Gipfel im Juli 2017 im Schanzenviertel Polizisten angegriffen haben soll.

Der Mann werde aufgrund der bisherigen Ermittlungen verdächtigt, aus einer "unüberschaubaren, unfriedlichen Menge mehrerer schwarz gekleideter, weitgehend vermummter Personen heraus" Polizeibeamte mit Stein- und Flaschenwürfen attackiert zu haben, heißt es in der Fahnungsmitteilung. Das Foto wurde am 6. Juli gegen 23.35 Uhr am Schulterblatt gemacht.

Bisherige Ermittlungen zu G20-Randalierer erfolglos

Die bisherigen Ermittlungen der Ermittlungsgruppe "Schwarzer Block" des Landeskriminalamtes hätten bislang nicht zur Identifizierung des Täters geführt. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat daher einen Beschluss zur Öffentlichkeitsfahndung erwirkt. Es besteht der Verdacht des besonders schweren Falls des Landfriedensbruchs.

Wer Hinweise zur Identität der dort abgebildeten Person gegeben kann, wird gebeten, sich unter der Rufnummer 040/4286-56789 an das Hinweistelefon der Polizei Hamburg oder einer Polizeidienststelle zu wenden.

G20-Randale: 413 Öffentlichkeitsfahndungen bis Mitte Dezember

Gut zweieinhalb Jahre nach den schweren Ausschreitungen beim G20-Gipfel in Hamburg laufen noch immer mehrere Tausend Strafverfahren. Die Hamburger Polizei ermittelte zum Stichtag 13. Dezember 2019 in 3580 Fällen, die Staatsanwaltschaft führte 2604 Verfahren, wie der Senat auf eine Kleine Anfrage der Linken-Bürgerschaftsabgeordneten Christiane Schneider mitteilte.

Wie aus der Senatsantwort hervorging, wurde dato nach 413 Beschuldigten öffentlich gefahndet. 135 von ihnen wurden über diesen Weg identifiziert. In 90 Verfahren gegen die Identifizierten erhob die Staatsanwaltschaft bislang Anklagen, in sechs Fällen beantragte die Behörde Strafbefehle, über die Freiheitsstrafen auf Bewährung oder Geldstrafen verhängt wurden. Neun Verfahren wurden eingestellt.

Es entstanden Schäden in Höhe von mehr als zwölf Millionen Euro

Das Gipfeltreffen der wichtigsten Wirtschaftsmächte der Welt vom 6. bis 8. Juli 2017 war von massiven Ausschreitungen überschattet gewesen. Randalierer hatten zahlreiche Autos angezündet, Streifenwagen angegriffen und im Hamburger Schanzenviertel gewütet. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr wurden 797 Polizeibeamte im Einsatz verletzt. Vor einem Sonderausschuss der Bürgerschaft hatte die Innenbehörde die Schäden an privatem und öffentlichem Eigentum auf mehr als zwölf Millionen Euro beziffert.