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Was wird aus Blankeneses Markthäuschen?

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So sollte das Markthaus aussehen.

So sollte das Markthaus aussehen.

Foto: Sprinkenhof GmbH / BUB architekten bda

Der Neubau des Gebäudes verschiebt sich ins kommende Jahr. Der geplante Entwurf nicht mehr verbindlich.

Hamburg.  Es sollte ein extravaganter Hingucker werden – und ein neues Wahrzeichen des Stadtteils. Doch jetzt steht die Zukunft des Blankeneser Markthauses in den Sternen.

Ursprünglich sollte, wie berichtet, das neue Haus auf dem Marktplatz bereits im vergangenen Jahr errichtet werden, was sich nach langen Verzögerungen aber als unrealistisch erwies. Wie den Mitgliedern des Altonaer Verkehrsausschusses jetzt mitgeteilt wurde, wird es auch in diesem Jahr keinen Baubeginn mehr für das Gebäude geben.

Bau wird möglicherweise gar nicht realisiert

Und nicht nur das. Wie ein internes Schreiben belegt, das dem Abendblatt vorliegt, wird der vorgesehene Bau möglicherweise gar nicht realisiert. Ende 2018 hatte eine Jury im Zuge eines Wettbewerbs den Entwurf des Hamburger Architekturbüros „BUB architekten“ ausgewählt, nachdem fünf Entwürfe zur Auswahl gestanden hatten.

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Damals war öffentlich angekündigt worden, dass dieser weiterentwickelt und dann 2020 realisiert werden würde. In dem Schreiben an die Politikerinnen und Politiker steht zwar, dass „auf jeden Fall“ ein Markthaus-Neubau errichtet werde, es sei aber noch unklar, „ob der vorhandene Entwurf zur Realisierung kommt oder ein neuer“.

Die Stimmung vor Ort ist durch die Verzögerung gereizt

Da die Arbeiten zur Umgestaltung des Marktplatzes ansonsten weitergehen sollen, muss der Raum um das bestehende alte Markthäuschen offenbar nun zunächst provisorisch gesichert werden, damit der dann neue Marktplatz bei einem Abriss des Häuschens und dem anschließenden Neubau nicht beschädigt wird. Ursprünglich sollten diese Arbeiten laut Zeitplan parallel laufen.

Angesichts dieser Neuigkeiten ist die Stimmung vor Ort extrem gereizt. „Niemand erfährt etwas“, sagt Oliver Diezmann von der Interessengemeinschaft Blankenese, „das meiste wird nur durch Hörensagen weitergegeben. Es ist eine Unverschämtheit, wie man uns die Ergebnisse ehrenamtlicher Arbeit vieler Jahre jetzt einfach vor die Füße wirft.“

Jahrelange Diskussionen

Und die CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Anke Frieling sagt: „Der Einzelhandel hat durch die jetzt schon lange Bauzeit und die Corona-Krise schon genug gelitten. Nun verzögert sich alles noch weiter, ohne dass es konkrete Begründungen dafür gibt. So kann man mit den Menschen nicht umspringen.“

Über einen Neubau des Hauses war schon jahrelang diskutiert worden. Der Flachbau, in dem sich seit Jahrzehnten das Büro des Blankeneser Bürgervereins und das Marktbüro befinden, galt schon lange als nicht mehr zeitgemäß. Das neue Markthaus soll deutlich größer sein – wenn es dann gebaut wird.

( schmoo )

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