Elbvororte

Blankeneser Leuchtturm fällt – Verwechslungsgefahr

Ein riesiger Schwimmkran demontiert das Unterfeuer in Blankenese.

Ein riesiger Schwimmkran demontiert das Unterfeuer in Blankenese.

Foto: Daniela Höpfner / HPA

Die alten Leuchtfeuer mussten wegen der Elbvertiefung durch neue ersetzt werden. Arbeiten dauern noch rund sechs Wochen.

Hamburg.  Das ist Zentimeterarbeit: Am Blankeneser Elbstrand hat am Montagmittag der Abriss des alten Leuchtturms (Unterfeuer) begonnen. Wie berichtet, werden Ober- und Unterfeuer abgerissen, weil in diesem Jahr bereits ihre Nachfolgebauten errichtet wurden. Vier Leuchttürme (Richtfeuer) am Elbstrand würden vor allem bei ortsunkundigen Schiffsführern für Verwirrung sorgen.

Plattform des Turms bleibt als begehbares Aussichtsplateau erhalten

In einem ersten Schritt wurde jetzt der Stahlkopf des Turms von 1984 mit einem Kran abgehoben. Wie Sinje Pangritz, Sprecherin der zuständigen Hamburg Port Authority (HPA) mitteilt, werden die Abrissarbeiten für die beiden jeweils rund 100 Tonnen schweren alten Türme noch sechs weitere Wochen in Anspruch nehmen. Für einen reibungslosen Abtransport muss der Turmschaft aus Beton jetzt horizontal in drei Ringe zerteilt werden. Die Plattform des Turms bleibt als begehbares Aussichtsplateau für Besucher erhalten. Um Missverständnisse auch während der jetzt angelaufenen Abbruchphase auszuschließen, ist das alte Oberfeuer beim Mühlenberger Segelclub aktuell schwarz verhüllt.

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Wie berichtet, müssen die beiden alten Blankeneser Leuchttürme weichen, weil die Elbe vor Blankenese auf rund 385 Meter verbreitert wird. Zwischen Mühlenberger Loch und Lühekurve wird eine acht Kilometer lange „Begegnungsbox“ eingerichtet, damit sich große Schiffe nach der Elbvertiefung problemlos auf dem Strom begegnen können. Erstmals ist es dann möglich, dass zwei entgegenkommende Großschiffe auf Hamburger Stadtgebiet aneinander vorbeifahren können.

Zukünftig muss ein Großschiff dann nicht mehr warten, bis das andere vorbeigefahren ist. Aber: Durch die Baumaßnahme verschiebt sich die Richtfeuerlinie um 125 Meter nach Süden. Entsprechend müssen die Leuchttürme nun an anderen Stellen stehen als vorher.

Neues Oberfeuer ist mit 62,25 Metern sechsthöchster Leuchtturm Deutschlands

Das neue Oberfeuer beim Segelclub wurde im Juli mit viel Aufwand aufgebaut. Es ist mit rund 62,25 Metern der sechsthöchste Leuchtturm Deutschlands. Knapp zwei Wochen später folgte das rund 33 Meter hohe Unterfeuer. Es wurde rund 90 Meter östlich vom Fähranleger Blankenese errichtet und steht – anders als das Oberfeuer – in der Elbe. Auch die Plattform des neuen Unterfeuers kann, genau wie die des alten, als Aussichtspunkt genutzt werden. Von dort werden die Besucher dann einen uneingeschränkten 180-Grad-Blick über die Elbe haben.

Eine Richtfeuerlinie dient Schiffen als Orientierungshilfe. Sie besteht aus zwei Leuchttürmen – dem kleineren, näher am Fahrwasser stehenden Unterfeuer und dem meist höheren, etwas entfernteren Oberfeuer. Wenn sich beide Türme – beziehungsweise bei Nacht oder schlechter Sicht ihre weiß blinkenden „Feuer“ – in einer Linie hintereinander befinden, fährt das Schiff auf Ideallinie in den Hafen ein.

Die aktuelle Richtfeuerlinie Blankenese bezeichnet für einlaufende Schiffe die Mitte der Fahrrinne. Wenn der Schiffsführer diese beiden neuen Lichter auf einer geraden Linie sieht, dann weiß er, dass er auf Kurs ist.