Hamburg

Baden in der Elbe – viel gefährlicher als gedacht

Hamburg: So gefährlich ist die Strömung der Elbe
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Mit einer aufwendigen Übung vor Teufelsbrück zeigte die Feuerwehr, wie schnell ein Schwimmer von der Strömung mitgerissen wird.

Hamburg. Auch wenn es sich aktuell etwas abgekühlt hat: Die zum Teil hochsommerlichen Temperaturen der vergangenen Monaten hatten unzählige Badegäste an Hamburgs Gewässer gelockt – auch und vor allem zur Elbe.

Dass der Badespaß im Fluss nicht ungefährlich ist, verdeutlichte Hamburgs Feuerwehr jetzt eindrucksvoll mit einer aufwendigen Rettungsübung im Wasser vor Teufelsbrück. Bei starkem Wind und kühlen Temperaturen ließ sich Oberbrandmeister Alexander Eckhoff vor zahlreichen Schaulustigen in der Nähe der Fahrrinne ins Wasser gleiten.

Feuerwehrtauscher in der Elbe sofort stromabwärts getrieben

Eckhoff, von Amts wegen Feuerwehr-Taucher und damit bestens mit dem Gewässer vertraut, wurde sofort stromabwärts getrieben und wäre unter normalen Umständen schnell in Lebensgefahr geraten. Doch mehrere Kleinboote, ein Polizeiboot und ein Löschboot standen in unmittelbarer Nähe bereit, um den nur scheinbar Hilfsbedürftigen in Sicherheit zu bringen. Eckhoff wurde nach kurze Zeit an Bord gezogen, Richtung Land gefahren und dort – symbolisch – in einem bereit stehenden Rettungswagen notversorgt. Kurz aber eindrucksvoll überflog dann auch noch ein Hubschrauber den Ort des Geschehens.

Die Übung verdeutlichte, wie schnell jemand nach einem Sturz ins Wasser von der Strömung mitgerissen wird und wie aufwendig eine Bergung sein kann. „Gefährliche Unterströmungen und Wassereinläufe von Betriebsgeländen und Nebenflüssen bringen zusätzliche Gefahren“, erläuterte Feuerwehr-Sprecher Torsten Wesselly, „dafür wollen wir die Hamburger sensibilisieren.“

Badeunfall: So verhalten Sie sich richtig

Der glücklich „Gerettete“, der im Gegensatz zu echten Opfern von Badeunfällen durch einen wasserdichten Überlebensanzug geschützt war, gab anschließend noch Tipps für den Ernstfall. „Man darf niemals versuchen, wieder zu seinem Ausgangspunkt zurück zu kommen“, so Feuerwehrmann Alexander Eckhoff, „das ist viel zu kräftezehrend.“

Stattdessen sollten sich in Wasser Gestürzte oder von Wellen mitgerissene Badende immer von der Strömung weiter treiben lassen und dabei versuchen, so schnell wie möglich an Land zu kommen. Dass Badende entlang der Elbe, zum Beispiel bei Wittenberge kleine Kinder ins Wasser lassen, findet Eckhoff unverantwortlich. „Ein Kind kann leicht von einer Welle umgerissen oder von einer Strömung weggezogen werden“, so Eckhoff. „So schnell kann man gar nicht gucken, da ist es schon passiert."