Hamburg

Blankenese: Der Marktplatz-Umbau ist endlich gesichert

Erleichterung über die Finanzspritze: Eberhard Fledel (v. l.), Mathias Petersen, Filiz Demirel, Oliver Diezmann und Benjamin Harders.

Erleichterung über die Finanzspritze: Eberhard Fledel (v. l.), Mathias Petersen, Filiz Demirel, Oliver Diezmann und Benjamin Harders.

Foto: Matthias Schmoock

Politiker wollen fehlende Finanzmittel bereitstellen: 840.000 Euro fehlten bisher für Blankeneses Prestige-Projekt.

Hamburg.  Für viele Blankeneser ist es wie ein Weihnachtsgeschenk: Die Finanzierung des lange geplanten Marktplatzumbaus ist nun doch gesichert: Die zuletzt fehlenden Finanzmittel in Höhe von 840.000 Euro werden aus dem Sanierungsfonds Hamburg 2020 bereit gestellt. Mit dem entsprechenden Antrag zur kommenden Bürgerschaftssitzung wollen SPD und Grüne die Fortsetzung der Arbeiten an dem Projekt absichern.

Politisch hatten sich dafür vor allem die Wahlkreisabgeordnete für die Elbvororte Filiz Demirel (Grüne) und der Vorsitzende des Haushaltsausschusses Matthias Petersen (SPD) eingesetzt. Anlässlich einer Pressekonferenz auf dem Marktplatz sagte Petersen: „Das Projekt zeigt, was möglich ist, wenn Bürgerinnen und Bürger vor Ort für ihren Stadtteil einstehen und gemeinsam mit der Politik nach tragfähigen Lösungen suchen.“ Demirel sagte: „Der Ortskern wird nun belebt, der Marktplatz in seiner traditionellen Funktion gestärkt.“

Noch im Oktober klaffte eine Finanzlücke

Noch vor Kurzem sah die Zukunft des Marktplatzes noch nicht so rosig aus. Mitarbeiter des Bezirksamts hatten in einer Sitzung des Arbeitskreises (AK) Ortskernumgestaltung Blankenese Anfang Oktober mitgeteilt, dass das für die Umgestaltung vorgesehene Geld aktuell nicht mehr zur Verfügung stehe. Die AK-Mitglieder hatten darauf enttäuscht und entsetzt reagiert. Hinter dem finanziellen Engpass stand und steht die Tatsache, dass aufgrund des massiven Baubooms im Bezirk Altona alle angeschobenen Projekte noch einmal auf den Prüfstand gestellt wurden. Anhand einer Prioritätenliste wurde analysiert, welchen Vorhaben noch eine Chancen auf zügige Umsetzung gewährt werden könne. Unmittelbar nach der Bekanntgabe hatte der Arbeitskreis intensiv mit dem Bezirksamt weiter verhandelt und auch einzelne Bezirkspolitiker und mehrere Wahlkreisabgeordnete von der Notwendigkeit des Projekts überzeugen können.

Dabei war es offenbar auch darum gegangen, das Image der rührigen Blankeneser Interessenvertreter wieder aufzupolieren. Bei den langen Beratungen im Vorfeld der Marktplatz-Umgestaltung war es, wie ausführlich berichtet, immer wieder zu Interessenkonflikten gekommen, und bei zahlreichen Sitzungen waren Marktplatz-Aktivisten auf der Suche nach dem richtigen Weg mit der Bezirksamtsleitung und diversen Bezirkspolitikern aneinander geraten.

Blankeneser Bürgerverein startete Spendenaktion

Entsprechend soll die vor Kurzem gestartete Initiative des Blankeneser Bürgervereins (BBV) zur Gestaltung des Marktplatzes mit Granit-Pflastersteinen auch als eine versöhnliche Geste verstanden werden. Gegenüber dem Bezirksamt soll damit nach Vorstellung des Bürgervereins zudem signalisiert werden, dass die Blankeneser durchaus bereit sind, für eine gute Sache viel Eigeninitiative zu entwickeln.

Im neuen Info-Flyer des BBV zu der Aktion (Titel: „Wir stehen auf Blankenese“) heißt es dann auch gleich im ersten Satz: „Der Streit ist vorbei – endlich sind wir alle einer Meinung.“ Wie berichtet, versucht der BBV, die Mehrkosten für die Granitsteine über eine großangelegte Spendenaktion zu bezahlen. Dafür können die für den Platz benötigten rund 56.000 Steine für fünf Euro pro Stück symbolisch „gekauft werden“. Mustersteine sind ab sofort an der Bahnhofstraße auf Höhe Markthäuschen für jeden zu begutachten.

"Sehr gutes Signal für den Einzelhandel"

Oliver Diezmann, der als Vorsitzender der IG Blankenese die Interesse der Geschäftsleute vor Ort vertritt, zeigte sich erleichtert: „Das ist eine sehr gute Signal für den Einzelhandel, aber auch für ganz Blankenese.“ Eberhard Fledel, Vorsitzender des Arbeitskreises sagte, er sei „Unglaublich erleichtert“. Ähnlich äußerte sich Benjamin Harders, Vorsitzender des BBV. Bereits am kommenden Freitag sollen die Eckdaten für die Ausschreibung des Projekts feststehen.