Sportpark Bahrenfeld

FDP-Politikerin Blume: „Hier sind Kinder in Lebensgefahr“

Sportwartin Anette Oesert (l.) und FDP-Politikerin Katarina Blume an der Baurstraße.

Sportwartin Anette Oesert (l.) und FDP-Politikerin Katarina Blume an der Baurstraße.

Foto: Roland Magunia

Die Zufahrt zum Sportpark Bahrenfeld wird durch zahlreiche Baustellen verstopft. Bagger und Lkw sind im Dauereinsatz.

Hamburg. Im vergangenen Februar wurde, wie berichtet, der Sportpark Bahrenfeld mit viel Wirbel eröffnet. Sport-Staatsrat Christoph Holstein und die damalige Altonaer Bezirksamtsleiterin Liane Melzer (beide SPD) hielten begeisterte Reden, Hunderte Kinder und Jugendliche waren erschienen, um die große Sportanlage einzuweihen.

Was in rund vierjähriger Bauzeit vor Ort entstanden war, kann sich sehen lassen: Auf rund 45.000 Quadratmetern gibt es unter anderem drei Großspielfelder und zwei kleinere Spielfelder, allesamt mit Kunststoffrasen belegt. Ein weiteres Feld soll nach Fertigstellung des „Deckels“ über die A 7 entstehen. Außerdem gehören eine Leichtathletik-Anlage und ein Gymnastikraum zum Angebot. Die Anlage, auf der unter anderem die Vereine Altonaer FC von 1893 und der Bahrenfelder Sportverein von 1919 trainieren ist mittlerweile eine konstante Größe in der Gegend und wird dem Vernehmen nach gut angenommen.

Baurstraße ist eine einzige Baustelle

Weniger erfreulich ist, was sich unmittelbar vor dem Sportpark abspielt. Die Baurstraße, vom Kino UCI aus Richtung Norden die einzige Zufahrt zu den Sportplätzen, ist aktuell eine einzige Baustelle, an der es kaum ein Vorbeikommen gibt. Gleich mehrere Bau-Projekte sind hier miteinander verzahnt: Unter anderem entsteht neben dem Parkhaus Höhe Jürgen-Töpfer-Straße ein Wohnblock, während schräg gegenüber ein Versorgungsschacht gegraben wird. Außerdem laufen Probebohrungen, die in Zusammenhang mit dem Bau des Deckel über die A 7 stehen.

Wer sich als Fußgänger vor Ort umsieht, trifft auf ein Sammelsurium aus Absperrungen und Schildern. Bagger sind an mehreren Stellen im Einsatz, fast ununterbrochen fahren schwere LKW durch die schmale Straße. Der einzige Fußweg auf der östlichen Straßenseite ist komplett gesperrt; Fahrradfahrer, Fußgänger und Autofahrer müssen sich durch ein Nadelöhr in der Mitte der Straße quälen, die zudem von Löchern und tiefen Rissen übersät ist.

Ausschilderungen wechseln laufend

Ratlos und ärgerlich steht Anette Oesert an einer rot-weiß-gestreiften Absperrung. Oesert ist seit rund zehn Jahren ehrenamtliche Sportwartin und Jugendleiterin. Vom Sportpark ist sie begeistert, von den Zuständen an der Baurstraße überhaupt nicht. „Ich werde geradezu bestürmt von besorgten Eltern, die dringend Abhilfe verlangen“, sagt Oesert, „seit es früher dunkel wird, hat das noch zugenommen. Viele sind überzeugt, dass ihre Kinder hier nicht sicher herkommen – und diese Sorge kann ich nachvollziehen.“ Es wirkt wie ein Ausrufungszeichen hinter dem Gesagten, dass in diesem Moment ein riesiger Lkw aus der Baustellenzufahrt kommt und flott in die Baurstraße einbiegt.

Erschwerend kommt hinzu: Da an allen Baustellen relativ zügig gearbeitet wird, wechseln die Ausschilderungen laufend, mitunter wöchentlich. Mal geht es unter der Bahnbrücke vor den Sportplätzen rechts vorbei, mal links. Mal ist ein Streifen für Fußgänger ausgeschildert, dann wieder nicht. „Das ist gerade für jüngere Radfahrer irritierend und gefährlich“, sagt Oesert. Und: Weil sich die desolate Verkehrslage und die damit verbundene Gefährlichkeit vor Ort in den Elternhäusern herumgesprochen hat, bringen offenbar immer mehr Eltern ihre Kinder per Auto zum Training oder holen sie dort ab – vor allem nach Einbruch der Dämmerung. Sie tragen damit unbeabsichtigt zum Verkehrschaos an der schmalen Straße bei.

Navis leiten die Autos der Eltern mitten in die Baustellen

Die Schilder vor Ort sind für Ortsunkundige nur wenig erhellend, auch ist nicht klar, wo ein Rettungswagen im Notfall durchfahren soll. „Gerade bei einer Sportanlage kann das aber lebenswichtig sein“, so Oesert. Besonders schlimm ist die Situation unmittelbar vor oder nach Punktspielen, an denen Hunderte Kinder teilnehmen. Die Navis der von auswärts eintreffenden Autos leiten die Fahrer direkt in das Labyrinth vor Ort, wo sie sich dann oft hoffnungslos verknäulen. Die Altonaer FDP-Fraktionsvorsitzende Katarina Blume hat sich der Sache nun angenommen. „Hier sind Kinder in Lebensgefahr“, so Blume. „Die Sicherheit der Kinder steht doch wohl ohne Wenn und Aber über den Zielvorgaben der Bauvorhaben.“

Am heutigen Dienstag wird sie den Antrag „Sportpark Bahrenfeld – sichere An- und Abfahrt für Vereinskinder sofort sicherstellen“ in den bezirklichen Sportausschuss einbringen. Blume kritisiert eine „mangelnde Koordination“ der Baustellen vor Ort und fordert in ihrem Antrag eine regelmäßige Abstimmungsrunde der beteiligten Akteure. Daran teilnehmen sollten unter anderem Vertreter des Landesbetriebs für Immobilienmanagement und Grundvermögen (LIG), des Fachamts Management des öffentlichen Raums und des Sportreferats Altona.

Ziel der Runde sollten unter anderem eine „eindeutige und ausreichende“ Beschilderung, die Sicherstellung eines Rettungsweges und der kontinuierliche Austausch über anstehende Veränderungen in der Wegeführung sein. Klar ist, dass die Bauarbeiten noch jahrelang andauern werden. Unter anderem soll die Baurstraße abgesenkt werden, damit Lkw unter der Bahnbrücke hindurch fahren können, außerdem wird es im Zusammenhang mit dem „Deckelbau“ lange Bauphasen unmittelbar neben der Baurstraße geben.