Gastro-Szene

Verlässt Starkoch Karlheinz Hauser den Süllberg?

Karlheinz Hauser, Star am Herd.

Karlheinz Hauser, Star am Herd.

Foto: Michael Rauhe

52-Jähriger hat die Hotelanlage auf Vordermann gebracht, doch Ende 2021 läuft der Pachtvertrag aus. Hauser selbst hält sich bedeckt.

Hamburg.  Er ist längst eine Institution – und einer der wichtigsten Repräsentanten der Hamburger Gastro-Szene: Karlheinz Hauser.

Als viel zitierter „Patron“ des Süllbergs wacht Hauser vor Ort nicht nur über die verschiedenen Restaurants, darunter das Se7en Seas, die Hauser Alm und das Deck 7, sondern auch über das angesagte Hotel. Doch nicht nur in Blankenese fragen sich viele: Wie lange macht der Mann, der noch so viel mehr ist als ein vielfach ausgezeichneter Spitzenkoch, noch weiter?

20 Jahre lang Gastgeber

Erst kürzlich machten bei der „Nacht der Medien“ Gerüchte die Runde, wonach das Event – seit Jahren kulinarisch und logistisch von Hauser betreut – nicht mehr bis in alle Ewigkeit auf dem Süllberg gefeiert werden wird. Überhaupt halte sich Hauser, so wird berichtet, auffallend bedeckt, was seine längerfristige Zukunftsplanung betrifft. Fakt ist: Hausers Pachtvertrag läuft schon Ende 2021 aus. Rund 20 Jahre lang wird er dann Gastgeber auf dem Süllberg gewesen sein.

Und dann? „Bis dahin sind es noch zweieinhalb Jahre“, sagt Hauser auf Nachfrage gelassen, „in dieser Zeit ist alles safe.“ Es sei noch zu früh für Spekulationen, sagt der Chef. Und dann klingt er ein bisschen wie Franz Beckenbauer: „Schau’n mer mal.“ Nach einer Bestätigung für einen geplanten Ausstieg klingt das nicht, nach einem Dementi aber auch nicht.

Als erfolgreicher Unternehmer überall mit dabei

Hauser ist besser im Geschäft denn je. Auf seiner Homepage reihen sich Rück- und Ausblicke auf ausgebuchte Veranstaltungen Schlag auf Schlag aneinander: Gastro Premium Night, „Pottkieker“-Kochfestival, Mediennacht. Hauser tritt im Fernsehen auf, ist Jurymitglied, kocht auf der MS „Europa“. Im April stellte er das Catering für die Verleihung der Goldenen Kamera – ein paar Beispiele von sehr vielen. Unzähligen Herausforderungen hat sich der 52-Jährige in den vergangenen Jahren gestellt, überall ist der erfolgreiche Unternehmer präsent. Auch wenn er seine Aufgaben mit Leidenschaft erfüllt: Gerade der hochtourige Einsatz in der vielschichtigen Gastro- und Eventszene ist kräftezehrend, Arbeitstage mit mehr als zwölf Stunden eher die Regel als die Ausnahme. Hinzu kommt die Verantwortung für die vielen Mitarbeiter, die dem erklärten „Teamplayer“ stets wichtig war.

Ob Karlheinz Hauser auf lange Sicht so weitermachen will und kann wie bisher, entscheidet der dreifache Vater zu gegebener Zeit.

Hauser mit beispielloser Karriere

Karlheinz Hauser, Jahrgang 1967, hat eine beispiellose Karriere gemacht. Seit den späten 1980er-Jahren ist der gebürtige Baden-Württemberger auf der Erfolgsleiter immer weiter nach oben gestiegen. Einige Beispiele: Von 1988 bis 90 war er unter anderem Demi-Chef bei Feinkost Käfer in München, danach (bis 1992) arbeitete er im Restaurant Aubergine seines Förderers Eckart Witzigmann. Küchenchef im Restaurant Andechser am Dom und Betriebsleiter bei Käfer’s am Hofgarten waren weitere Münchner Stationen. Es folgten fünf Jahre in Berlin: Bis 2002 fungierte Hauser als Küchendirektor und Gastronomischer Leiter im Hotel Adlon.

Hauser erfüllt in seinem Alltag viele Rollen – die des Kochs stand und steht für ihn aber immer noch an erster Stelle, wie er auf seiner Homepage schreibt. Dieser Berufswunsch stand für ihn schon in frühester Jugend fest – und so lernte er das Handwerk von der Pike auf.

Die vielen Stationen haben ihn und seine Arbeit geprägt. Sein Wissen über Spitzengastronomie verband er zunehmend mit Erfahrungen in Bereichen wie Catering und Bankett. In den Berliner Jahren – kurz vor dem Wechsel nach Hamburg – richtete er Bankette für internationale Prominenz aus und organisierte Diners im Schloss Bellevue.

Etliche Ehrungen für Hauser

Hauser wurde mit einem beziehungsweise zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet und mit etlichen anderen Ehrungen bedacht.

Folgt man seiner Homepage, dann hat Hauser mit den Jahren seine eigene Küchenphilosophie entwickelt. „Die Auswahl der qualitativ besten Ware, die nur durch ein sicheres Urteilsvermögen erfolgen kann, ist entscheidend“, heißt es dort unter anderem. Seine Produkte bezieht Hauser verstärkt von regionalen Bauern und Höfen – zudem rühmt er sich, mit seinem Team „die besten Angebote auf regionalen und nationalen Märkten“ aufzuspüren.

Die Kerngebäude der heutigen Hotelanlage auf dem Süllberg wurden zwischen 1887 und 1901 erbaut. Nachdem der Süllberg in den 1990er-Jahren als Spekulationsobjekt negative Schlagzeilen gemacht hatte, gelang es Hauser mit Sanierungs- und Renovierungsarbeiten, von 2002 an, das geschichtsträchtige Ambiente des Hotelkomplexes zu sichern­ und mit modernen Elementen zu verbinden. Im Jahr 2010 übernahm der Unternehmer Peter Möhrle das denkmalgeschützte Gebäudeensemble. Eigentümerin ist die von ihm gegründete Holding.