Trauerfeier in Nienstedten

Bewegender Abschied von „Fischpapst“ Rüdiger Kowalke

Am 16. Februar starb der Hamburger Gastronom nach langer Krankheit. Zu seiner Trauerfeier kamen viele Hamburger Prominente.

Hamburg.  Mit einem bewegenden Trauergottesdienst haben Angehörige und Freunde in der Nienstedtener Kirche Abschied von Rüdiger Kowalke genommen. Der langjährige Betreiber des Fischereihafen Restaurants war am 16. Februar nach langer Krankheit gestorben.

Ein lebensgroßes Foto Kowalkes vor der Silhouette des Hafens erinnerte die rund 250 Trauergäste in der voll besetzten Kirche an den verstorbenen Erfolgs-Gastronomen, dessen letzten Lebensabschnitt der frühere Michel-Hauptpastor Helge Adolphsen noch einmal nachzeichnete.

Enge Beziehung zu ehemaligem Michelpastor

Dabei wurde deutlich: Kowalke hatte seine Trauerfeier im Angesicht des Todes gemeinsam mit Adolphsen im vergangenen März persönlich vorbereitet. „Ich habe so etwas selten erlebt“, so Adolphsen, „dazu gehört sehr viel Willensstärke.“ Wie üblich habe sich Kowalke danach mit den Worten „Wir sehen uns wieder“ verabschiedet. Bis zuletzt habe Kowalke mit seiner Skatrunde wie gewohnt gespielt, verriet Adolphsen, „auch im Krankenhaus“.

In der Adventszeit habe er den Schwerkranken dann noch einmal besucht und zuletzt noch einmal drei Tage vor dessen Tod. Er war „gezeichnet, aber wach“, so Adolphsen. Der Abschied sei kein trauriger gewesen. „Rüdiger Kowalke war aber schon in einer anderen Welt.“ Besonders anrührend sei eine Frage Kowalkes an dessen Frau Susanne gewesen: „Wenn ich gestorben bin, behältst du dann den Hund?“

Musik von Händel und Claudius

Einige der Musikstücke, die sich Rüdiger Kowalke ausgesucht hatte, waren gezielt fröhlich-optimistisch, darunter die Ouvertüre aus der „Feuerwerksmusik“ von Georg Friedrich Händel und das Lied „Geh aus mein Herz und suche Freud“. Auch „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius, das die Trauergemeinde besonders rührte, gehörte zum Repertoire

Der Mediziner Prof. Wolfgang Teichmann, Arzt und bester Freund Kowalkes las auf dessen Wunsch das Gedicht „Beginn des Endes“ von Theodor Storm. Laut Teichmann habe Kowalke einmal von sich gesagt, ein „dienendes Gen“ zu haben. „Mir wird warm ums Herz, wenn ich den Menschen in meinem Restaurant diesen kann“, so sein Bekenntnis.

Meer von Blumen

Nicht nur das Meer von Blumen in der kleinen Kirche zeigte die Trauer um Kowalke. Viele Gäste scheuten sich ihrer Tränen nicht, und immer wieder wurden Ansprachen und Musik durch Schluchzen unterbrochen. Tief bewegt war Fußball-Legende Uwe Seeler, der vor Erschütterung kaum sprechen konnte. Moderator Gerhard Delling erinnerte vor Beginn der Trauerfeier bewegt an einen „großartigen Menschen mit einem großen Freundeskreis“, Dagmar Berghoff an einen „tollen Gastgeber“.

Zu den vielen Prominenten, die Kowalke die Letzte Ehre erwiesen, gehörten Tennislegende Michael Stich, Unternehmer Ian Karan, Architekt Hadi Teherani, Star-Friseurin Marlies Möller und Kabarettist Jörg Knör. Auf deren ausdrücklichen Wunsch begleiteten nur die engsten Angehörigen, den schwarz lackierten Sarg zum nahe gelegenen Nienstedtener Friedhof. Viele Trauergäste blieben noch lange auf dem Platz vor der Kirche stehen, um sich über Rüdiger Kowalke auszutauschen. Dabei wurde unter Tränen gelacht – so wie es sich der legendäre „Fisch-Papst“ vermutlich gewünscht hatte.