Othmarschen

Jetzt soll es doch ein Café für den Jenischpark geben

Die Visualisierung
zeigt,
wie das geplante
neue Jenisch-Café
einmal
aussehen könnte

Die Visualisierung zeigt, wie das geplante neue Jenisch-Café einmal aussehen könnte

Foto: Walter Gebhardt Architekt

Betreiber Falk Hocquél und der Bezirk einigen sich auf eine Übergangslösung bis zum Neubau. Kiosk wird wiederbelebt.

Hamburg.  Falk Hocquél öffnet nach langer Zeit die Türen zu „Ralphs Kiosk“. Noch sieht es nicht danach aus, als wenn hier in ein paar Wochen wieder Snacks und Getränke an Besucher des Jenischparks ausgegeben werden. Es gibt kaputte Leitungen, herausgerissene Becken, überall Dreck. Doch Hocquél ist fest entschlossen. Als Chef der Konditorei und Bäckerei Schmidt & Schmidtchen hat er sich mit dem Altonaer Bezirksamt geeinigt, hier ein Café zu betreiben. Es ist eine Übergangslösung, bis der Neubau neben dem neuen Bargheer-Museum steht.

Andere Ideen, etwa eine Art Foodtruck in den Park zu stellen, waren zuvor gescheitert. Am Ende einigten sich die Parteien nun auf die Wiederbelebung des Kiosk-Gebäudes, das ursprünglich schon längst abgerissen werden sollte, genauso wie das ehemalige Gewächshaus. 2016 hatten die Betreiber Renate Fabeck und Ralf Puschmann deshalb den beliebten Kiosk-Treff im Park geschlossen. Doch die Ausschreibung des Bezirksamtes für den angestrebten neuen Cafébetrieb verzögerte sich.

Unternehmer wollte abwarten

Nach Drängen der Politik wurde das Projekt wie berichtet 2018 vorangetrieben. Im Juli vergangenen Jahres fiel die Wahl auf das Konzept von Hocquél. Das sieht vor, dass ein Teil des alten Schaugewächshauses erhalten bleibt und durch einen Neubau ergänzt wird. Zudem möchte er den Nutzgarten wiederbeleben und Veranstaltungen organisieren, die Pflanzenwissen vermitteln. Nach der Entscheidung wurde es erneut ruhig um das Projekt. Auch zehn Monate später lag keine Baugenehmigung vor, wie die Bezirkspolitiker kürzlich auf Nachfrage vom Amt erfuhren. Die Gründe blieben unklar.

Hocquél kann nun Klarheit in die Sache bringen. „Die Pläne sind mit den betroffenen Behörden abgestimmt und die Baugenehmigung ist eingereicht.“, sagt er. Dass es solange dauerte, liegt teils an ihm selbst. Denn der Unternehmer wollte abwarten, wie sich ein weiteres Projekt gleich um die Ecke entwickelt. Denn Hocquél, der seit Kurzem auch das neue Café im Altonaer Museum betreibt, hat sich ebenfalls um den Betrieb des Museumscafés im Jenisch Haus beworben. Mit Erfolg. Kürzlich entschied der Stiftungsrat, den Pachtvertrag mit dem Gründer von Schmidt & Schmidtchen zu unterschreiben. Somit übernimmt Hocquél den Job vom Hotel- und Restaurantbetrieb Louis C. Jacob.

Weitere Lagerkapazitäten benötigt

Das Jacob-Team hatte das Catering bei Hochzeitsveranstaltungen im Jenisch Haus gestemmt und das Café mehr nebenbei betrieben. Das Jacob zieht sich nun aus dem Geschäft zurück.

Die Entscheidung wirkt sich auf den geplanten Café-Neubau neben dem Bargheer-Museum aus. Hocquél will deshalb nicht davon abrücken. Im Gegenteil: Er verspricht sich vom Betrieb beider Cafés Synergien. Aber es bedarf weiterer Lagerkapazitäten. Die sollen im Keller des Neubaus, der nun größer gestaltet wird, entstehen. Daher konnte erst jetzt die Baugenehmigung eingereicht werden.

Im April sollen beide Cafés wiedereröffnet sein

Hocquéls Zeitplan sieht folgendermaßen aus: Zu Ostern möchte er das Café im Jenisch Haus mit dem Sortiment seiner Konditorei neu eröffnen. Derzeit wird der Abriss des alten Gewächshauses vorbereitet, der vordere ovale Teil soll erhalten bleiben und wird zuvor demontiert, saniert und später wieder aufgebaut. Wann der Neubau eröffnet werden kann? „Schön wäre es passend zu meinem 50. Geburtstag im kommenden Jahr“, sagt Hocquél. Allerdings fürchtet er, es könne länger dauern. Bis dahin soll der Kiosk geöffnet bleiben. Er wird in den kommenden Wochen renoviert und voraussichtlich Ende April eröffnet.