Ticket-Nachfrage

Elbphilharmonie mit neuem Saalplan im November 2020

| Lesedauer: 3 Minuten
Holger True
Die Elbphilharmonie unter Corona-Bedingungen: Statt mehr als 2000 dürfen nur ein paar Hundert Zuschauer in den Großen Saal.

Die Elbphilharmonie unter Corona-Bedingungen: Statt mehr als 2000 dürfen nur ein paar Hundert Zuschauer in den Großen Saal.

Foto: Axel Heimken / dpa

Corona: Konzerthaus stockt Anzahl der Einzelkarten auf. Starke Ticket-Nachfrage auch an der Staatsoper und an den Theatern.

Hamburg. Elbphilharmonie und Laeiszhalle, Staatsoper und die Theater sind seit einigen Wochen wieder geöffnet, doch der Publikumszuspruch in Corona-Zeiten fällt noch unterschiedlich aus (wir berichteten). Trotz stark verringerter Sitzplatzkapazitäten aufgrund der geltenden Abstandsregeln hat manches Haus Mühe, alle verfügbaren Karten abzusetzen. Über die Gründe lässt sich nur spekulieren, Leserzuschriften an das Abendblatt geben aber einige Hinweise.

Trotz vorbildlicher Hygienekonzepte fürchten manch potenzielle Besucher weiterhin das Infektionsrisiko, andere warten darauf, dass die alte Normalität inklusive Pausenschnack zurückkehrt oder erleben es als unzumutbare Belastung, bis zum Platz eine Alltagsmaske tragen zu müssen. Immer wieder ist auch zu lesen, dass aufgrund der neuen Saalpläne viel zu wenig Einzelplätze in den Verkauf kommen und Kultur-Singles benachteiligt werden.

Elbphilharmonie: Neuer Saalplan ab November 2020

Tatsächlich gehört bei der Elbphilharmonie schon etwas Glück dazu, will man ein einzelnes Ticket für ein von HamburgMusik veranstaltetes Konzert erwerben. Der aktuelle Corona-Saalplan weist lediglich 16 Einzelplätze auf – bei derzeit 620 Plätzen insgesamt im Großen Saal. 15 Doppelplätze werden zusätzlich in Einzelplätze umgewandelt, was insgesamt 31 Einzelplätze ergibt, gerade mal fünf Prozent des Gesamtvolumens.

Die Nachfrage sei tatsächlich größer als erwartet, teilt Elbphilharmonie-Sprecher Tom R. Schulz auf Abendblatt-Nachfrage mit. Ab November gelte deshalb für alle Veranstalter ein neuer Saalplan, der von vornherein rund 50 Einzelplätze vorsieht.

Hamburgische Staatsoper: Einzel-Tickets möglich

In der Staatsoper arbeite man „nachfrageorientiert“, heißt es aus der Dammtorstraße. Nachdem alle Abonnenten versorgt sind, werde mit Beginn des allgemeinen Vorverkaufs „die Einteilung des verfügbaren Platzangebotes mit einem Anteil von etwa einem Drittel Einzelplätzen fixiert“. Auch an der Abendkasse können bei nicht ausverkauften Veranstaltungen in der Regel noch Einzelplätze gebucht werden.

Am Thalia Theater hat man das Buchungsverhalten der vergangenen Jahre zur Grundlage genommen. Bei einer Kapazität von 316 Sitzplätzen (statt normal 1000) gehen täglich 116 Doppelplätze sowie 52 Einzel- und Mehrfachplätze (zum Beispiel drei Plätze nebeneinander) in den Verkauf. Die Nachfrage nach Einzelplätzen sei groß, die nach Mehrfachplätzen aber auch. Bei Premieren oder Nachmittagsvorstellungen, so Thalia-Geschäftsführer Tom Till, werden in der Regel mehr Einzelkarten nachgefragt, in der klassischen Sonnabend-Abo­vorstellung wiederum mehr Zweier-Karten.

Misslich sei es beim Online-Vorverkauf, „wenn sich Einzeltickets auf Doppel- oder Mehrfachplätze einbuchen“, weil dann wegen der Abstandsregeln Plätze verloren gehen. Man hoffe deshalb darauf, dass auch in Hamburg möglichst bald die schachbrettartige Anordnung von Einzelplätzen erlaubt wird.

In Berlin, Sachsen, Nordrhein-Westfalen, Österreich und der Schweiz werde das ja bereits seit einiger Zeit erfolgreich praktiziert.

Schauspielhaus: 202 Einzelplätze möglich

Wie beim Thalia ist beim Schauspielhaus ebenfalls eine Analyse des bisherigen Kaufverhaltens, nach der 70 Prozent eine gerade und 30 Prozent eine ungerade Zahl an Karten kaufen, die Grundlage des aktuellen Angebots. Insgesamt sind 331 Plätze buchbar, wobei bei hohem Bedarf auch aus Zweierplätzen ein Einzelplatz gebucht werden kann, sodass 202 Einzelplätze möglich wären. In der Regel sei die Anzahl der verfügbaren Einzelplätze aber groß genug, um die Nachfrage zu befriedigen, heißt es aus der dortigen Pressestelle.

Wie begehrt Einzelplätze sind, zeigt auch eine Beobachtung auf Kampnagel. Zwar würden am häufigsten Zweierplätze gebucht, aber „viel positives Feedback haben wir von Gästen vor allem für die Option bekommen, Einzelplätze buchen zu können: Das ist für viele noch Voraussetzung, um überhaupt ins Theater zu gehen“. Es sind eben in mancherlei Hinsicht ganz besondere Zeiten.