Stellingen

Baubeginn in Hamburg für Lärmschutztunnel über A7

Der Hamburger CDU-Politiker Rüdiger Kruse (v.l.n.r.), Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos), Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundestagsmitglied Niels Annen (SPD) und Nikolaus Graf von Matuschka, CEO von Hochtief Solutions, stehen beim Baubeginn für den A7-Deckel in Stellingen in Hamburg zusammen

Der Hamburger CDU-Politiker Rüdiger Kruse (v.l.n.r.), Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos), Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der DEGES (Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH), Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundestagsmitglied Niels Annen (SPD) und Nikolaus Graf von Matuschka, CEO von Hochtief Solutions, stehen beim Baubeginn für den A7-Deckel in Stellingen in Hamburg zusammen

Foto: Bodo Marks / dpa

Der vierjährige Bau des 900 Meter langen A7-Deckels hat begonnen. Er soll Anwohner vor Lärm und Abgasen der achtspurigen A7 schützen.

Hamburg. Mit einem symbolischen Knopfdruck haben Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und Verkehrssenator Frank Horch (parteilos) den Startschuss für den Bau eines Lärmschutztunnels über der A7 in Hamburg gegeben. Das fast 900 Meter lange Bauwerk im Stadtteil Stellingen soll die Anwohner trotz der Erweiterung der Autobahn auf acht Spuren vor Lärm und Abgasen schützen. „Wir schaffen mehr Kapazität auf der Straße, und wir schaffen mehr Lärmschutz für die Anwohner“, sagte Dobrindt am Freitag.

Nach Fertigstellung des sogenannten Deckels Ende 2020 soll der durch die A7 geteilte Stadtteil Stellingen wieder zusammenwachsen. Geplant sind Kleingärten und eine Parkanlage, die direkt über dem vielbefahrenen Autobahnabschnitt mit mehr als 150.000 Fahrzeugen täglich liegen sollen. „Das ist Verkehrspolitik, die ihren Namen verdient“, sagte Dobrindt.

„Es ist gut, dass wir nach dem Ausbau der Autobahn nun auch die Anwohnerverträglichkeit verbessern. Die A7 gehört zu den meistbefahrenen Autobahnen Deutschlands und pflügt gleichzeitig eine Schneise mitten durch Hamburg“, sagte Anjes Tjarks, Vorsitzender der Grünen Bürgerschaftsfraktion. „Mit dem Deckel lassen wir die Autobahn nun in Stellingen und später auch noch an weiteren Stellen in der Erde verschwinden. Dies ist ein Meilenstein für den Lärmschutz mit bundesweiter Strahlkraft, aber auch ein wichtiges Projekt der Stadtentwicklung.“

Deutschlands größter Autobahnbaustelle

Die A7 wird bis zum Dreieck Bordesholm südwestlich von Kiel ausgebaut. Die Kosten für das Gesamtprojekt - die Verkehrsbehörde spricht von Deutschlands größter Autobahnbaustelle - belaufen sich auf rund zwei Milliarden Euro. Darin sind allerdings die Unterhaltungskosten für den Abschnitt zwischen dem Dreieck Hamburg-Nordwest und Bordesholm über 26 Jahre enthalten. Das Stellinger Tunnelprojekt allein kostet mehr als 200 Millionen Euro.

Die Gründungsarbeiten für den Deckel laufen bereits. Große Maschinen bohren tiefe Löcher, die mit Beton und Stahl gefüllt werden. Verkehrskoordinator Gerhard Fuchs geht davon aus, dass die Arbeiten in Stellingen einfacher vonstatten gehen als in Schnelsen, wo ebenfalls ein 560 Meter langer Lärmschutzdeckel entsteht. Dort müssen die Ingenieure teilweise bis in eine Tiefe von 23 Metern gehen. Ein dritter Tunnel von 2300 Meter Länge soll in Altona gebaut werden. Dafür hatte sich die Bürgerschaft im Februar ausgesprochen.

Der Bau des eigentlichen Tunnelgebäudes soll in Stellingen gegen Ende des Jahres beginnen. Für das Wochenende vom 9. bis 12. September ist eine Vollsperrung der Autobahn geplant. Dann soll eine Brücke abgerissen und durch eine Behelfskonstruktion ersetzt werden.

Lebensräume von Tieren sollen zusammenwachsen

Die Anwohner verfolgten das Projekt mit viel Verständnis und Sympathie, sagte Fuchs. Vertreter des örtlichen Bürgerkomitees nahmen an der Zeremonie am Freitag teil. Der technische Geschäftsführer der Projektmanagementgesellschaft Deges, Dirk Brandenburger, versicherte, das Vorhaben sei im Kosten- und Zeitrahmen. Bundesweit spreche man von einem der bestgemanagten Verkehrsvorhaben Deutschlands, sagte Verkehrssenator Horch. Das Projekt soll eine Balance zwischen den Verkehrsanforderungen, der Lebensqualität der Anwohner und der Umwelt schaffen.

Nach Angaben der Verkehrsbehörde werden nicht nur Wohngebiete im Norden Hamburgs zusammenwachsen, auch die Lebensräume von Tieren sollen durch zahlreiche Umweltmaßnahmen wieder verbunden werden. In Schleswig-Holstein entstehen eine sogenannte Grünbrücke und mehrere Otterdurchstiege. Die Haselmäuse an der bisherigen Trasse werden ganz allmählich in neu angelegte Lebensräume umgesiedelt.