Eimsbüttel

Von der Alster bis nach Lokstedt: Radweg soll breiter werden

Der Radstreifen entlang des Bahndamms an der Edmund-Siemers-Allee ist zu schmal. Grüne und CDU in Eimsbüttel wollen nun die Verkehrssituation zwischen Kennedybrücke und Siemersplatz verbessern (Archivbild).

Der Radstreifen entlang des Bahndamms an der Edmund-Siemers-Allee ist zu schmal. Grüne und CDU in Eimsbüttel wollen nun die Verkehrssituation zwischen Kennedybrücke und Siemersplatz verbessern (Archivbild).

Foto: imago images / Lars Berg

Im Bezirk Eimsbüttel will Grün-Schwarz den acht Kilometer langen Abschnitt verbessern. Opposition fürchtet weniger Platz für Autos.

Hamburg.  Die Verkehrssituation von der Kennedybrücke bis zum Siemersplatz soll in Eimsbüttel jetzt auf den Prüfstand kommen. Die Koalition aus Grünen und CDU im Bezirk plant daher ein Verkehrsaudit und will begutachten lassen, wie es mit der Verkehrssicherheit in diesem rund acht Kilometer langen Abschnitt aussieht und welche Verbesserungen möglich sind.

Darauf haben sich beide Fraktionen geeinigt und bringen am Donnerstag, 20. Januar, einen entsprechenden Antrag in die Bezirksversammlung ein. Die Opposition befürchtet den Wegfall von Fahrspuren für den Autoverkehr.

Radweg zwischen Alster und Lokstedt – brenzlige Situationen

Der Radstreifen entlang des Bahndamms an der Edmund-Siemers-Allee, erst vor zwei Jahren fertiggestellt, ist zu schmal. Der ADFC hatte kurz nach der Fertigstellung nachgemessen: Mit einer Ausbaubreite von 1,85 Metern sei der Radweg zu schmal. Radfahrer könnten sich nicht gegenseitig überholen. Auf der gegenüberliegenden Seite sei der Gehweg viel zu schmal. „Immer wieder kommt es zu brenzligen Situationen zwischen Fuß- und Radverkehr. Der Gehweg ist für die Massen an Fußgängerinnen und Fußgängern zu schmal“, heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Grünen und CDU.

Auch weiter an der Hoheluftchaussee kommen sich Fußgänger und Radfahrer sowohl stadteinwärts als auch stadtauswärts in die Quere. „Der Gehweg ist zu schmal. Die Straße ist Teil der Busbeschleunigung und wurde für den Bus- und Autoverkehr optimiert. Verbesserungen für Fuß- und Radverkehr hat man dabei nicht erzielt“, heißt es weiter in der Mitteilung. Dabei müsste ein Gehweg in einer Geschäftsstraße laut gültigem Regelwerk vier bis sechs Meter breit sein, ein Radweg daneben noch einmal zwei Meter, bemängelt Grün-Schwarz. An der Hoheluftchaussee käme man teilweise nur auf 3,30 Meter mit einem 70 Zentimeter schmalen Radweg.

Maßnahmen gegen illegales Parken auf Radfahrstreifen

Der Antrag soll Grundlage sein für Sofortmaßnahmen und mögliche Verkehrsversuche, um die aus Sicht von Grün-Schwarz vorliegenden Missstände zu beheben. Dabei gehe es darum, bereits mit kleinen Eingriffen Verkehrssicherheit herzustellen.

Lisa Kern, Fraktionsvorsitzende und verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion in der Eimsbütteler Bezirksversammlung: „Mit der Umgestaltung durch die Busbeschleunigung wurde viel Steuergeld verbaut, das vor allem dem Bus- aber auch dem Autoverkehr zu Gute kam. Leider haben Fußgänger und Radfahrer davon kaum profitiert. Wir wollen einmal objektiv aufzeigen lassen, wo genau die Defizite liegen. Darauf aufbauend werden wir Vorschläge machen, wie wir die Mängel möglichst schnell beheben lassen können. Dabei geht es uns nicht um einen erneuten Komplettumbau sondern um Maßnahmen, die sich möglichst schnell umsetzen lassen, ohne neue monatelange Baustellen zu erzeugen.“

Mögliche Maßnahmen seien Ummarkierungen, Änderungen der Ampelsteuerungen. „Man muss gucken, wo man Nebenflächen gegebenenfalls für den Radverkehr nutzen kann, um die Fußwege zu entlasten“, so Lisa Kern. Mit sogenannten Leitboys, so eine weitere Idee, können Radfahrstreifen versehen werden, um sie gegen illegales Parken zu schützen.

Opposition fürchtet weniger Platz für Autos

Hans-Hinrich Brunckhorst, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU-Bezirksfraktion: „Hauptverkehrsstraßen müssen Ort der Begegnung werden und dafür muss die Aufenthaltsqualität gestärkt werden. Nur wenn zu Fuß gehen und Radfahren dort sicherer wird, wird es gelingen, den Autoverkehr so stark zu reduzieren, dass das erreicht wird.“

14 Velorouten führen in die City

  • Route 1: City–Altona–Othmarschen–Blankenese–Rissen
  • Route 2: City–Eimsbüttel–Stellingen–Eidelstedt
  • Route 3: City–Rotherbaum/Uni–Niendorf
  • Route 4: City–Harvestehude–Winterhude–Alsterdorf–Fuhlsbüttel–Langenhorn
  • Route 5: City–Uhlenhorst–Barmbek–Bramfeld–Poppenbüttel–Duvenstedt
  • Route 6: City–Hohenfelde–Dulsberg–Farmsen–Berne–Volksdorf
  • Route 7: City–St. Georg–Eilbek–Wandsbek-Markt–Jenfeld–Rahlstedt
  • Route 8: City–Borgfelde–Hamm–Billstedt–Bergedorf
  • Route 9: City–Hammerbrook–Rothenburgsort–Moorfleet–Allermöhe–Bergedorf
  • Route 10: City–HafenCity–Veddel–Wilhelmsburg–Harburg–Neugraben
  • Route 11: City–Alter Elbtunnel–Wilhelmsburg–Harburg–TU Hamburg
  • Route 12: City–St. Pauli-Landungsbrücken–Altona
  • Route 13: Innere Ringroute: Altona–Eimsbüttel–Winterhude–Barmbek–Eilbek–Hamm
  • Route 14: Äußere Ringroute: Othmarschen–Schnelsen–Niendorf–Poppenbüttel–Billstedt

Kritik kommt von der SPD-Fraktion. Koorosh Armi, verkehrspolitischer Sprecher: „Natürlich gibt es auf dieser wichtigen Strecke Stellen, an denen wir Verbesserungen für den Fuß- und Radverkehr unterstützen, beispielsweise in der Hoheluftchaussee oder am Lokstedter Steindamm. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass große Teile des Straßenzugs erst vor kurzem mit großem Aufwand umgebaut worden sind. Gerade um die Universität an der Edmund-Siemers- und Grindelallee sind für den ÖPNV sowie für Fußgänger und Radfahrer viele Verbesserungen erreichtworden. Eine erneute Umgestaltung wird nicht nur viel Geld kosten – was CDU und Grüne harmlos als Untersuchung verkaufen, bedeutet in Wahrheit den Wegfall von Fahrspuren für den Autoverkehr.“