Hamburg

Trotz Rettung: Pfadfinder in Harvestehude in Sorge

Kinder und Jugendlichen der Pfadfindergruppe St. Andreas. demonstrieren gegen Rauswurf. Kirche will Pfadfinder St. Andreas rauswerfen.

Kinder und Jugendlichen der Pfadfindergruppe St. Andreas. demonstrieren gegen Rauswurf. Kirche will Pfadfinder St. Andreas rauswerfen.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Dem Stamm St. Andreas drohte das Aus. Runder Tisch soll nach einer Lösung suchen, doch das passt den Pfadfindern nicht.

Hamburg. Der Pfadfinder-Stamm an der St. Andreas-Kirche in Harvestehude, der noch in der vergangenen Woche sein Aus befürchtete, ist gerettet und wird nun neu strukturiert. Das ist das Ergebnis gemeinsamer Beratungen zwischen Pfadfindern und dem zuständigen Kirchenkreis Hamburg Ost.

Propst Martin Vetter und Jürgen Barth, Leiter der Stabsstelle Organisationsentwicklung des Kirchenkreis Ost und bei diesem Konflikt der Moderator, teilen auf der Website der Kirche mit, dass die Einrichtung eines runden Tisches beschlossen wurde. Dieser soll bis zum 31. Mai herausarbeiten, wie die Pfadfinder völlig neu strukturiert werden können.

Pfadfinder: Völlige Neustrukturierung steht an

Zu dieser Neustrukturierung gehören zum Beispiel folgende Aspekte: Wie können sich die Pfadfinder in Zukunft selbst organisieren, wie können sie in die Verwaltung der Gemeinde St. Andreas eingegliedert werden und wie sieht es in der Zukunft mit einer Verbandszugehörigkeit aus? Außerdem geht es um die Finanzierung, Versicherungsaspekte bis hin zur Entwicklung eines pädagogischen Konzeptes nach gängigen rechtlichen Vorgaben.

In den runden Tisch berufen werden Mitwirkende aus der Gemeindeleitung, wie Pastoren oder Mitglieder des Kirchengemeinderates, Eltern sowie Gruppenleiter der Pfadfinder. Wer genau am runden Tisch teilnimmt, wird noch bekannt gegeben.

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Pfadfinder gehören zur Gemeinde

Der runde Tisch soll auch vorschlagen, wie die Jugendlichen künftig vertreten werden. Bis die Organisation neu angelegt ist, werden die administrativen Fragen der Pfadfinderarbeit, wie Abrechnung, Termin- und Raumabsprachen, zwischen Hauptamtlichen (Pastoren, Büro) und Stammes- und Sippenführung (Stammesführer, Vize-Stammesführer) besprochen.

"Wir hoffen sehr, damit eine tragfähige Grundlage für eine konstruktive Zusammenarbeit in Sachen Weiterführung einer Pfadfinderarbeit in unserer Gemeinde geschaffen zu haben", heißt es vonseiten der Kirche. Die Wogen scheinen zunächst geglättet – nachdem es zuvor zu Demonstrationen und gegenseitigen Vorwürfen gekommen war.

Pfadfinder fühlen sich übergangen

Gegenwind kommt allerdings von den Pfadfindern, die sich in einem Offenen Brief an Bischöfin Kirsten Fehrs über das Prozedere darüber beklagen, dass die Teilnehmer des runden Tisches von der Gemeinde bestimmt werden: "Nicht nur, dass der Kirchenvorstand auf seiner Sitzung am späten Montagabend mal eben den seit fünf Jahren erfolgreich arbeitenden Jugendbeirat platt gemacht hat – nun möchte Pastor Kord Schoeler auch den mühsam durch die Pfadfinder erkämpften runden Tisch nach eigenem Belieben besetzen", so Pfadfinder-Sprecher Helmut Lindner.

In dem Offenen Brief kritisieren die Pfadfinder, dass das Damoklesschwert des Hinauswurfes immer noch über ihnen schwebe. "Wenn die Pfadfinder beim runden Tisch nicht gehorchen, werden sie eben doch rausgeworfen", so die Sorge.