Hamburg

Pfadfinder in Harvestehude: Von Rettung kann keine Rede sein

Kinder und Jugendliche der Pfadfindergruppe St. Andreas demonstrieren gegen den Rauswurf.

Kinder und Jugendliche der Pfadfindergruppe St. Andreas demonstrieren gegen den Rauswurf.

Foto: Marcelo Hernandez / HA

Der Stamm St. Andreas schreibt offenen Brief an Bischöfin Fehrs. Die antwortet nicht. Unterstützung kommt von St.-Pauli-Torwart.

Hamburg. Die Rettung der Pfadfinder St. Andreas war schon beschlossen, die Kirche hatte einen runden Tisch initiiert, um die Pfadfinder völlig neu zu strukturieren, damit deren Zukunft im Kirchenkreis Ost gesichert ist. Der runde Tisch soll bis zum 31. Mai herausarbeiten, wie die Pfadfinderarbeit innerhalb der Gemeinde funktionieren kann.

Nun sagt Helmut Lindner von den Pfadfindern: "Die Gefahr eines Rauswurfes ist doch wieder gewachsen." Die Pfadfinder haben sich mit einem Hilferuf an Bischöfin Kirsten Fehrs gewandt – die bislang nicht reagiert habe.

St.-Pauli-Torwart unterstützt Pfadfinder

Die Kritik der Pfadfinder: Der Kirchenvorstand besetze acht von zehn Plätzen am runden Tisch selbst. "Die Pfadfinder dürfen lediglich zwei Teilnehmer bestimmen, wobei auch hier die Kirche Verbote formuliert, wer nicht kommen darf", so Helmut Lindner. Der runde Tisch sei nicht geeignet, um auf Augenhöhe über Probleme zu sprechen.

Die Pfadfinder haben inzwischen eine Unterstützerkampagne ins Leben gerufen. Zu den Unterzeichnern gehören laut Helmut Lindner unter anderem: Svend Brodersen (Torwart vom FC St. Pauli), Patrick Junge (Geschäftsführer Peter Pane) und Andreas de Weerth (Chefarzt Agaplesion Klinikum).

Stammesführer Artur Tietgens: "Das Wohl der Kinder und Jugendlichen ist das oberste Gebot für alle Gruppenleiter und Verantwortlichen des Stammes. Wir sind sicher, auch weiter unter dem Dach der Kirche in St. Andreas sein zu können – wenn die Gemeinde das überhaupt noch will."

Propst Martin Vetter versteht die Vorwürfe nicht: "Zum 15-köpfigen Gemeinderat gehören auch sechs Pfadfinder". Alle zusammen hätten die Zusammensetzung des runden Tisches bestimmt. "Das Thema wird jetzt auf Probstebene geklärt", so Vetter. Und: "Wir sind alle gut miteinander im Gespräch."