Ehemaliges Fernmeldeamt

Uni Hamburg zieht in Denkmal in Rotherbaum

Rotherbaum: In das historische "Fernmeldeamt Schlüterstraße" zieht nun die Wissenschaft (Archivbild).

Rotherbaum: In das historische "Fernmeldeamt Schlüterstraße" zieht nun die Wissenschaft (Archivbild).

Foto: Michael Arning / HA

Mehrere Institute sind bald im alten Fernmeldeamt zu finden. Die Uni Hamburg plant weitere Umbauten und Umzüge.

Hamburg. Gute Nachricht für die Wissenschaft in Hamburg: Das alte Fernmeldeamt an der Schlüterstraße in Rotherbaum wird neue Heimat für die Wissenschaft – die Universität Hamburg, das GIGA German Institute of Global and Area Studies und das Leibniz-Informationszentrum Wirtschaft (ZBW) sollen in das historische Gebäude einziehen. Das teilte die Wissenschaftsbehörde am Mittwoch mit.

Demnach soll der Einzug der Universität und der Leibniz-Institute voraussichtlich 2023 erfolgen. Der Eigentümer des Gebäudes, das 1907 errichtet wurde und unter Denkmalschutz steht, ist das Immobilienunternehmen Peakside.

Fegebank: "Zwei Einrichtungen von Weltruf in Rotherbaum"

Nach Angaben der Behörde ist es dem Senat gelungen, das Gebäude mit seiner neogotischen Fassade in unmittelbarer Nähe zum Von-Melle-Park, dem Phil-Turm (wird saniert) und dem Audimax für die nächsten dreißig Jahre für die Wissenschaft zu sichern. "Nach langen Verhandlungen wird dieses faszinierende Gebäude nun zu einer Heimat für die Geisteswissenschaften der Universität und die beiden Leibniz-Institute", sagte Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne). "Wir bringen damit zwei Einrichtungen von Weltruf an den Campus in Rotherbaum."

Damit entstünden beste Rahmenbedingungen und exzellente Entwicklungsperspektiven für die enge Vernetzung von universitärer und außeruniversitärer Forschung und Lehre.

Bezirksamtschef Gätgens: Uni-Campus wird gestärkt

Auch Finanzsenator Andreas Dressel (SPD) zeigte sich äußerst erfreut über die Erweiterung des Wissenschaftsstandorts Rotherbaum. Es sei eine "gleichermaßen gute Nachricht für den Wissenschaftsstandort Hamburg und den Bezirk Eimsbüttel". Dressel: "Wir investieren in unsere Universität! Die Universität Hamburg wird mit Büros, Seminarräumen und Laboren aus den Geistes- und Sozialwissenschaften in das Gebäude ziehen."

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg, betonte, dass in dem ehemaligen Fernmeldeamt Wissenschaftler unterschiedlicher Themen "aus den Humanities auf modernstem Niveau exzellenzorientiert kooperieren" könnten. Eimsbüttels Bezirksamtsleiter Kay Gätgens (SPD) hob zudem hervor, dass sich der Bezirk immer für eine universitäre Nutzung des Gebäudes stark gemacht habe. "Unser jahrzehntelanges Durchhaltevermögen hat sich nun ausgezahlt", sagte Gätgens. "Wir freuen uns, dass das alte Fernmeldeamt entgegen aller anderen Begehrlichkeiten für die universitäre Nutzung gewonnen werden konnte und der Campus gestärkt wird.“

Uni Hamburg: Weitere Umzüge geplant

Die Grünen-Bürgerschaftsfraktion sieht die Campuserweiterung im Jahr des 100. Jubiläums der Universität als einen weiteren wichtigen Schritt, um die Wissenschaftsmetropole Hamburg auszubauen. „Die Wissenschaftsmetropole Hamburg nimmt immer mehr Gestalt an und das macht sich auch räumlich bemerkbar", sagte René Gögge, wissenschaftspolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Im ehemalige Fernmeldeamt interdisziplinäre Forschung unter einem Dach zu ermöglichen, hält der Grünen-Politiker für einen "großartigen Glücksfall, den wir sofort am Schopfe gepackt haben".

Derzeit gibt es Unmut an der Universität, weil der Phil-Turm aufwendig saniert werden muss (das Abendblatt berichtete) und etliche Institute mit Studenten und Professoren in die City Nord umziehen mussten. Nach Abendblatt-Informationen wird auch das Gebäude am Allendeplatz 1 (Pferdestall) demnächst aufwendig saniert. Auch dazu wird es einen Umzug von Studenten und Professoren geben.